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Vermögenspreisblasen und geldpolitische Handlungsalternativen

Eine Anwendung auf Aktienmärkte

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Martin Ende

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung möglicher geldpolitischer Handlungsalternativen bei auftretenden Vermögenspreisblasen am Beispiel von Aktienmärkten. Die Geldpolitik hat die Möglichkeit, mit dem Zinsinstrument präventiv oder reaktiv zu agieren beziehungsweise den Zins unverändert zu belassen und neutrale Geldpolitik durchzuführen. Die Ergebnisse zeigen, dass bei auftretenden Erwartungsirrtümern über die Entstehung der Blase präventive Geldpolitik im Durchschnitt zum geringsten erwarteten Nutzenverlust führt. Allerdings ist der erwartete Nutzenverlust in Einzelfällen bei reaktiver und neutraler Geldpolitik geringer und die Anwendung präventiver Geldpolitik nicht länger optimal. Entscheidend sind die Höhe und die Richtung der Erwartungsirrtümer über die Dynamik von Blasen.

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2 Vermögenspreisblasen

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In der Literatur gibt es keine allgemein gültige Definition von Vermögenspreis- blasen. Es gibt lediglich Merkmale, die von allen Vermögenspreisblasen geteilt werden. Kindleberger und Aliber (2005) sowie EZB (2005) definieren eine Vermögens- preisblase allgemein als nicht nachhaltige Preisänderung, die mit einer starken und zeitlich schnellen Preiskorrektur endet. Abreu und Brunnermeier (2003), Koustas und Serletis (2005) sowie Kunieda (2008) konkretisieren die Preisbewe- gung weiter. Demnach bestehen Vermögenspreisblasen, wenn die Preisbewegung nicht durch fundamentale Gründe erklärbar ist und der Vermögenspreis von seinem fundamental begründbaren Niveau abweicht. Der fundamentale Preis entspricht dabei dem Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsströme eines Vermögenswertes. Nach Guenster et al. (2008) besteht eine Blase, wenn die Wachstumsrate der Fundamentalfaktoren kleiner als die Wachstumsrate des Vermögenspreises ist und diese sich im Zeitverlauf beschleunigt. Eine andere Möglichkeit der Definition von Blasen bezieht sich auf die Ver- wendung von Indikatoren. Es werden Schwellenwerte definiert, deren Über- oder Unterschreiten auf das Vorliegen einer Blase hindeuten. Entsprechend Dass et al. (2008) können mögliche Indikatoren beispielsweise das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das Kurs-Buchwert-Verhältnis oder auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis sein. Im Rahmen dieser Arbeit werden Vermögenspreisblasen als sämtliche Ab- weichungen des Vermögenspreises von einem zuvor bestimmten fundamentalen Niveau über einen längeren Zeitraum definiert. Entscheidend ist im Rahmen dieser Arbeit die Höhe von Blasen und der Zeitraum des Abbaus. Das Muster von Blasen ist dabei von untergeordneter Bedeutung. In der Literatur...

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