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Vermögenspreisblasen und geldpolitische Handlungsalternativen

Eine Anwendung auf Aktienmärkte

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Martin Ende

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung möglicher geldpolitischer Handlungsalternativen bei auftretenden Vermögenspreisblasen am Beispiel von Aktienmärkten. Die Geldpolitik hat die Möglichkeit, mit dem Zinsinstrument präventiv oder reaktiv zu agieren beziehungsweise den Zins unverändert zu belassen und neutrale Geldpolitik durchzuführen. Die Ergebnisse zeigen, dass bei auftretenden Erwartungsirrtümern über die Entstehung der Blase präventive Geldpolitik im Durchschnitt zum geringsten erwarteten Nutzenverlust führt. Allerdings ist der erwartete Nutzenverlust in Einzelfällen bei reaktiver und neutraler Geldpolitik geringer und die Anwendung präventiver Geldpolitik nicht länger optimal. Entscheidend sind die Höhe und die Richtung der Erwartungsirrtümer über die Dynamik von Blasen.

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3 Geldpolitik

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Zentrales Element dieses Kapitels ist die Frage nach den Handlungsalternativen der Geldpolitik bei auftretenden Vermögenspreisblasen. Es werden die in der Lite- ratur diskutierten Alternativen vorgestellt und deren Vor- und Nachteile beschrie- ben. Weiterhin werden mögliche Probleme bei der Anwendung der dargestellten geldpolitischen Strategien aufgezeigt und Lösungsansätze zur Identifikation von Vermögenspreisblasen ausführlich diskutiert. Das Kapitel wird mit einem Fazit beendet, in dem noch einmal die wichtigsten Aspekte zusammengefasst werden. 3.1 Handlungsalternativen In der Literatur werden vorrangig drei Ansätze zur Berücksichtigung von Vermögenspreisen in der Geldpolitik diskutiert. Bezieht die Geldpolitik Vermö- genspreise in ihre Zinsentscheidung ein, wird zwischen reaktiver und präventiver Geldpolitik entsprechend der Reaktion auf Vermögenspreisblasen unterschie- den. Werden Vermögenspreise in der Geldpolitik nicht berücksichtigt, sieht die Zentralbank auch bei auftretenden Vermögenspreisblasen keinen Handlungs- bedarf. Vermögenspreise enthalten demnach keine Informationen, die über die Aussagen realwirtschaftlicher Größen hinausgehen. Im Rahmen der reaktiven und präventiven Strategie wird hingegen angenommen, dass Vermögenspreise Informationen zur zukünftigen Entwicklung von Output und Inflation enthalten und folglich wie andere Indikatoren der Geldpolitik behandelt werden sollten. Eine Reaktion auf Vermögenspreisblasen erfolgt entsprechend der reaktiven Strategie, wenn der Output oder die Inflation als Zielgrößen der Zentralbank tatsächlich beeinflusst werden. Die Zentralbank versucht nicht, Vermögenspreis- blasen mit dem Zinsinstrument zu beeinflussen oder die erwartete Veränderung in ihrer Zinssetzung zu berücksichtigen. Hauptvertreter dieses Ansatzes sind Batini und Nelson (2000), Bernanke und...

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