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Vermögenspreisblasen und geldpolitische Handlungsalternativen

Eine Anwendung auf Aktienmärkte

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Martin Ende

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung möglicher geldpolitischer Handlungsalternativen bei auftretenden Vermögenspreisblasen am Beispiel von Aktienmärkten. Die Geldpolitik hat die Möglichkeit, mit dem Zinsinstrument präventiv oder reaktiv zu agieren beziehungsweise den Zins unverändert zu belassen und neutrale Geldpolitik durchzuführen. Die Ergebnisse zeigen, dass bei auftretenden Erwartungsirrtümern über die Entstehung der Blase präventive Geldpolitik im Durchschnitt zum geringsten erwarteten Nutzenverlust führt. Allerdings ist der erwartete Nutzenverlust in Einzelfällen bei reaktiver und neutraler Geldpolitik geringer und die Anwendung präventiver Geldpolitik nicht länger optimal. Entscheidend sind die Höhe und die Richtung der Erwartungsirrtümer über die Dynamik von Blasen.

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4 Modellierung

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In diesem Kapitel werden die bisherigen verbalen Ausführungen modelltheo- retisch abgebildet. Es wird die Entstehung von Aktienkursblasen über einen verhaltensbasierten Ansatz modelliert. Weiterhin werden die Folgen von Aktien- kursblasen in einem makroökonomischen Modell abgebildet. Anschließend wird Geldpolitik in diesem Modell explizit berücksichtigt. Die Zentralbank agiert mit einer Zinsregel präventiv, reaktiv oder verhält sich neutral. Ziel ist der Vergleich und die Ermittlung der optimalen geldpolitischen Strategie. Kriterium zur Beurteilung der Optimalität der geldpolitischen Regeln ist der erwartete Nutzenverlust der Zentralbank. 4.1 Literaturüberblick Die realwirtschaftlichen Auswirkungen von Vermögenspreisen im Allgemeinen und Aktienkursen bzw. Aktienkursblasen im Besonderen sowie deren Berücksich- tigung in der Zinssetzung der Zentralbank werden in der Literatur ausführlich diskutiert. Arbeiten zu diesem Thema wurden unter anderem von Berger et al. (2007), Bernanke und Gertler (1999), Bordo und Jeanne (2002b), Gruen et al. (2005), Haugh (2008), Kent und Lowe (1997), Kontonikas und Montagnoli (2006), Semmler und Zhang (2007) sowie Smets (1997) verfasst.1 Die Beeinflussung der Realwirtschaft wird über die aggregierte Nachfrage oder das aggregierte Angebot modelliert und die Zinssetzung erfolgt über Taylor- Regeln, in denen Blasen berücksichtigt werden. Im Rahmen der genannten Arbeiten werden Blasen und der Einfluss auf Blasen durch die Zentralbank höchst unterschiedlich behandelt. 1 Vgl. zu diesem Thema außerdem die Arbeiten von Alexandre und Bação (2005), Bean (2004), Berger et al. (2007), Cecchetti et al. (2003), De Grauwe (2008), Filardo (2004), Kontonikas und Ioannidis (2005) sowie Mehra (1998). 70 4.1 Literatur...

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