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Weshalb die Personengesellschaft keine Gesamthand ist

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Alexander Brodyagin

In dieser Arbeit geht der Verfasser der Frage nach, ob es angesichts der gesellschaftsrechtlichen Entwicklung der letzten mehr als 100 Jahre noch immer vertretbar ist, an dem Dualismus der gesellschaftsrechtlichen Verbände und der Unterscheidung zwischen den herkömmlichen juristischen Personen und rechtsfähigen Personengesellschaften festzuhalten. Er geht vertiefend auf die Entwicklung der Theorien der juristischen Person und der Gesamthand ein. Die bisher für und gegen die Beibehaltung der Unterscheidung vorgebrachten Argumente werden dabei in aller Ausführlichkeit kritisch analysiert. Der Verfasser kommt zu dem Ergebnis, dass alle rechtsfähigen gesellschaftsrechtlichen Verbände entgegen der bisherigen Annahme zu juristischen Personen zu erklären sind.

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1 Einleitung

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Es gibt Rechtsbegriffe, die sich über die Jahre hinweg auch im alltägli- chen Sprachgebrauch so durchgesetzt und etabliert haben, dass kaum jemand auf die Idee kommt zu hinterfragen, was sich hinter ihnen ver- steckt. Zwangsläufig kann eine solche Verallgemeinerung der Rechtsbe- griffe nicht selten zu einem zumindest bedenklichen Ergebnis führen, wenn auch die Rechtswissenschaft sich dazu verleiten lässt, solche Be- griffe entsprechend dem gewöhnlichen Sprachgebrauch auch in der wis- senschaftlichen Diskussion zu verwenden und ihren Sinngehalt, der sich vor Jahrzehnten, wenn nicht schon vor Jahrhunderten herausgebildet hatte, als Dogmen zu betrachten. Dabei läuft die Rechtswissenschaft Ge- fahr, den Zeitpunkt zu verpassen, in dem sich bei unvoreingenommener Betrachtungsweise jedem objektiven Rechtsanwender das Erfordernis aufdrängen sollte, der seit Entstehung dieser Begriffe zu verzeichnenden gesellschaftlichen und rechtswissenschaftlichen Entwicklung zu folgen und nachzufragen, ob es noch immer gerechtfertigt ist, an diesen Begrif- fen, den sich dahinter verbergenden Inhalten und ihrem gewöhnlichen Sprachgebrauch auch weiterhin unverändert festzuhalten. Zu solchen Begriffen gehört zweifelsohne der Begriff der juristischen Person, der immer wieder und überall auch von denjenigen verwendet wird, deren Tätigkeitsschwerpunkte weit entfernt von der Rechtwissen- schaft liegen. Sein Gebrauch ist mittlerweile genauso selbstverständlich, wie zum Beispiel der Gebrauch des handelsrechtlichen Begriffs der Fir- ma, auch wenn dieser von Juristen bloß als Name des Kaufmanns oder der Gesellschaft und nicht als die Gesellschaft selbst verstanden wird und sich somit nicht mit dem allgemeinen Sprachgebrauch deckt. Es 1 Buchda, Geschichte und Kritik der deutschen Gesamthandslehre, § 48.4,...

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