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Weshalb die Personengesellschaft keine Gesamthand ist

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Alexander Brodyagin

In dieser Arbeit geht der Verfasser der Frage nach, ob es angesichts der gesellschaftsrechtlichen Entwicklung der letzten mehr als 100 Jahre noch immer vertretbar ist, an dem Dualismus der gesellschaftsrechtlichen Verbände und der Unterscheidung zwischen den herkömmlichen juristischen Personen und rechtsfähigen Personengesellschaften festzuhalten. Er geht vertiefend auf die Entwicklung der Theorien der juristischen Person und der Gesamthand ein. Die bisher für und gegen die Beibehaltung der Unterscheidung vorgebrachten Argumente werden dabei in aller Ausführlichkeit kritisch analysiert. Der Verfasser kommt zu dem Ergebnis, dass alle rechtsfähigen gesellschaftsrechtlichen Verbände entgegen der bisherigen Annahme zu juristischen Personen zu erklären sind.

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2 Die juristische Person

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Der heute selbstverständliche und allgemein gebräuchliche Begriff der juristischen Person war Gegenstand einer im 19. Jahrhundert heftig ge- führten Debatte, die sich in einer kaum zu überblickenden Fülle an Lite- ratur dokumentieren lässt2. Im Kern ging es um den Theorienstreit zwi- schen den Vertretern der auf römischem Recht beruhenden sog. Fiktions- theorien, von denen insbesondere der Romanist Friedrich Carl von Savi- gny hervorzuheben ist, und den Vertretern der vom römischen Recht unbeeinflussten deutschrechtlichen Genossenschaftstheorie, die maßgeb- lich vom Germanisten Otto von Gierke in Gestalt der sog. Theorie der rea- len Verbandspersönlichkeit weiterentwickelt wurde. Dieser Theorien- streit hat heutzutage zwar keine praktische Relevanz mehr, da der Be- griff der juristischen Person sowie ihre Rechts- und Handlungsfähigkeit nahezu unbestritten sind. Er ist jedoch für das Verständnis der Gemein- samkeiten und Unterschiede zwischen der juristischen Person und der rechtsfähigen Personengesellschaft unentbehrlich. Er zeigt, mit welchen Schwierigkeiten die Rechtswissenschaft zu kämpfen hatte, um die theo- retische Basis für die gesellschaftsrechtlich maßgeblichen Begriffe der juristischen Person und Gesamthand zu entwickeln. Es wird zunächst kurz auf die geschichtliche Entwicklung des Ver- bandsrechts und des Begriffs der juristischen Person eingegangen, um den Hintergrund des Theorienstreits nachzuvollziehen. Alsdann werden die Grundzüge der Lehre Savignys, die in der juristischen Literatur als sog. Fiktionstheorie bezeichnet wird, und ihre wichtigsten Erkenntnisse in Bezug auf die Rechts- und Handlungsfähigkeit der juristischen Person dargestellt. Die Lehre Savignys bildet den Ausgangspunkt für das Ver-...

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