Show Less

Weshalb die Personengesellschaft keine Gesamthand ist

Series:

Alexander Brodyagin

In dieser Arbeit geht der Verfasser der Frage nach, ob es angesichts der gesellschaftsrechtlichen Entwicklung der letzten mehr als 100 Jahre noch immer vertretbar ist, an dem Dualismus der gesellschaftsrechtlichen Verbände und der Unterscheidung zwischen den herkömmlichen juristischen Personen und rechtsfähigen Personengesellschaften festzuhalten. Er geht vertiefend auf die Entwicklung der Theorien der juristischen Person und der Gesamthand ein. Die bisher für und gegen die Beibehaltung der Unterscheidung vorgebrachten Argumente werden dabei in aller Ausführlichkeit kritisch analysiert. Der Verfasser kommt zu dem Ergebnis, dass alle rechtsfähigen gesellschaftsrechtlichen Verbände entgegen der bisherigen Annahme zu juristischen Personen zu erklären sind.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

3 Die Gesamthand

Extract

Die Theorie der Gesamthand war vergleichbar mit der Theorie der juri- stischen Person jahrzehntelang Gegenstand einer heftigen Debatte in der Rechtswissenschaft, die bis heute noch nicht vollständig abgeschlossen zu sein scheint und nach wie vor intensiv sowohl das Schrifttum als auch die Rechtsprechung beschäftigt. Die Komplexität der Materie lässt sich anhand der Feststellung von Buchda erkennen, der bereits vor 75 Jahren konstatiert hatte, dass „Geschlecht um Geschlecht in dem geistigen Strei- te dahingehen“ musste, „ohne den dogmatischen Kern der eigenartigen Gemeinschaft zur gesamten Hand erschlossen zu haben“ und dass sich diese Theorie „einer schier unversiegbaren Lebenskraft“ erfreue98. Dabei haben sich im Laufe der Zeit lediglich einige Akzente von den rechts- theoretischen Grundlagen der Gesamthand, die trotz zahlreicher Bemü- hungen nach wie vor dogmatisch nur unzureichend herausgearbeitet sind, auf einzelne Aspekte und insbesondere auf die Rechtsfähigkeit ver- schiedener Gesamthandsgemeinschaften und deren Abgrenzung zu juri- stischen Personen verschoben. Im Kern geht es dabei um den Streit zwischen den Vertretern der traditionellen Gesamthandslehre und den Vertretern der auf deutsch- rechtlicher Gesamthandslehre beruhenden sogenannten Gruppenlehre, der seinen Höhepunkt in der Beantwortung der Fragen erfährt, ob die Gesamthänder oder die Gesamthandsgemeinschaft als Rechtsträger an- zuerkennen ist und ob das Gesamthandsvermögen den Gesamthändern als Sondervermögen oder der Gesamthandsgemeinschaft als eigenes Vermögen zusteht. Vereinzelt gibt es jedoch Stimmen, die die praktische Relevanz dieses Streites hinterfragen99. Weniger relevant sind diese Fra- gen aus heutiger Sicht für die Personenhandelsgesellschaften, also für die offene...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.