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Weshalb die Personengesellschaft keine Gesamthand ist

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Alexander Brodyagin

In dieser Arbeit geht der Verfasser der Frage nach, ob es angesichts der gesellschaftsrechtlichen Entwicklung der letzten mehr als 100 Jahre noch immer vertretbar ist, an dem Dualismus der gesellschaftsrechtlichen Verbände und der Unterscheidung zwischen den herkömmlichen juristischen Personen und rechtsfähigen Personengesellschaften festzuhalten. Er geht vertiefend auf die Entwicklung der Theorien der juristischen Person und der Gesamthand ein. Die bisher für und gegen die Beibehaltung der Unterscheidung vorgebrachten Argumente werden dabei in aller Ausführlichkeit kritisch analysiert. Der Verfasser kommt zu dem Ergebnis, dass alle rechtsfähigen gesellschaftsrechtlichen Verbände entgegen der bisherigen Annahme zu juristischen Personen zu erklären sind.

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4 Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der rechtsfähigen Personengesellschaft und der juristischenPerson

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89 4 Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der rechtsfähigen Personengesellschaft und der juristischen Person Angesichts der vom Bundesgerichtshof anerkannten Rechtsfähigkeit der (Außen-)Gesellschaft bürgerlichen Rechts und der bereits seit Längerem feststehenden Rechtsfähigkeit der Personenhandelsgesellschaften und juristischen Personen, die sich ihrem Umfang und Inhalt nach nicht von- einander unterscheidet, stellt sich nunmehr die Frage, ob noch über- haupt weitere nennenswerte Unterschiede zwischen der rechtsfähigen Personengesellschaft und der juristischen Person feststellbar sind, die für die Unterteilung der Verbände in juristische Personen und Personenge- sellschaften sprechen können. Sollte dies nicht der Fall sein, wäre zu überlegen, ob noch an der historisch bedingten und in ausländischen Rechtsordnungen in dieser Form nicht vorkommenden Unterscheidung auch weiterhin festzuhalten ist. Sollte die Antwort auf diese Frage nega- tiv ausfallen, wäre die Abkehr vom bisher angenommenen Dualismus der gesellschaftsrechtlichen Verbandsformen die logische Rechtsfolge. Es würde mithin keine Unterteilung mehr in juristische Personen nach heu- tigem Verständnis und in Personengesellschaften geben. Es bliebe dann bei einem einheitlichen Begriff der juristischen Person für alle gesell- schaftsrechtlichen Personenvereinigungen bzw. bei einem neu zu schaf- fenden Oberbegriff für sämtliche herkömmlichen juristischen Personen und rechtsfähigen Personengesellschaften. Um auf das Thema dieser Ar- beit zurückzukommen, müsste dann die rechtsfähige Personengesell- schaft konsequenterweise nicht als Gesamthandsgesellschaft im traditio- nellen Sinn, sondern als juristische Person aufgefasst werden. Die voll- ständige Abkehr von der bisherigen in der Literatur und Rechtspre- chung herrschenden Auffassung...

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