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Der Debt-Equity-Swap

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Ann-Kathrin Schleusener

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat deutsche Unternehmen zunehmend unter Druck gesetzt. Viele Unternehmen sind aufgrund der Krise zwar finanziell angeschlagen, aber sanierungsfähig. In solchen unternehmerischen Krisensituationen bietet sich die Durchführung eines Debt-Equity-Swap an. Hierbei werden Verbindlichkeiten in Eigenkapital umgewandelt. Doch diese Transaktions- und Sanierungsmaßnahme ist für Unternehmen und Investoren nicht nur vorteilhaft. Diese Arbeit befasst sich mit den Fragen, die sich beim Debt-Equity-Swap innerhalb und außerhalb des Insolvenzverfahrens stellen. Unter anderem werden die gesellschafts- und steuerrechtliche Umsetzung sowie die durch das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) eintretenden Änderungen dargestellt.

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Teil 1: Praktische Bedeutung und Motive der Beteiligten

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Im folgenden Abschnitt soll dargestellt werden, welche praktische Bedeutung dieses Sanierungsmodell hat und was die beteiligten Parteien zu dessen Durch- führung antreibt. A Beispiele für Debt-Equity-Swaps aus der Praxis Das erste Mal wurde das Prinzip des Debt-Equity-Swap auf dem Höhepunkt der lateinamerikanischen Schuldenkrise am Ende des 19. Jahrhunderts angewandt. Peru tauschte seine Staatsschulden gegen Eigentumsrechte an den Eisenbahnge- sellschaften, mehr als einer Million Hektar Land und Bergbaukonzessionen ein.5 Ende der 1980er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde dieses Prinzip im Rahmen des Brady-Plans wiederbelebt. Der US-Finanzminister Brady schlug vor, die Schulden bzw. Schuldenlasten der höchstverschuldeten Entwicklungsländer ge- genüber den privaten Banken zu verringern. Im Zusammenhang mit seiner Initi- ative forderte Brady die Entwicklungsländer auf, durch geeignete Liberalisie- rungsmaßnahmen die Umwandlung von Schulden in Beteiligungskapital zu for- cieren.6 Bei dieser erstmals 1985 getätigten Form der Schuldenreduzierung kauf- te ein Investor über eine Bank am Sekundärmarkt Schuldtitel des überschuldeten Landes, in dem er investieren wollte. Die auf eine internationale Hartwährung lautende Forderung tauschte er gegen die Landeswährung ein. Der Schuldner- staat zahlte dabei den Nennwert, allenfalls erfolgte ein geringer Abschlag. Die Differenz zwischen dem Kaufpreis der Forderung und dem Umtauschwert fiel für den Investor als Gewinn an. Anschließend erfolgte der Kauf eines bisher staatlichen Unternehmens oder die (Mehrheits-)Beteiligung daran zur Schulden- konversion.7 Heute werden Debt-Equity-Swaps in der Praxis quer durch alle Branchen durchgeführt, ein Schwerpunkt lässt sich bei Automobilzulieferern erkennen. Bedroht sind insbesondere stark fremdkapitalfinanzierte Unternehmen,...

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