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Der Debt-Equity-Swap

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Ann-Kathrin Schleusener

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat deutsche Unternehmen zunehmend unter Druck gesetzt. Viele Unternehmen sind aufgrund der Krise zwar finanziell angeschlagen, aber sanierungsfähig. In solchen unternehmerischen Krisensituationen bietet sich die Durchführung eines Debt-Equity-Swap an. Hierbei werden Verbindlichkeiten in Eigenkapital umgewandelt. Doch diese Transaktions- und Sanierungsmaßnahme ist für Unternehmen und Investoren nicht nur vorteilhaft. Diese Arbeit befasst sich mit den Fragen, die sich beim Debt-Equity-Swap innerhalb und außerhalb des Insolvenzverfahrens stellen. Unter anderem werden die gesellschafts- und steuerrechtliche Umsetzung sowie die durch das Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) eintretenden Änderungen dargestellt.

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Teil 12: Der Reverse Debt-Equity-Swap

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In der Literatur und Sanierungspraxis bislang weitgehend unbeachtet ist der Re- verse Debt-Equity-Swap. Bei dieser Variante wird die angestrebte gesellschafts- rechtliche Beteiligung des Gläubigers am Schuldnerunternehmen nicht im Wege der Einbringung der Forderungen in dieses, sondern umgekehrt durch Einbrin- gung des Schuldnerunternehmens in die Gesellschaft des Gläubigers, die die be- treffende Forderung hält, vollzogen. Der Reverse Debt-Equity-Swap erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Schritt bringt der Kreditgeber die Kreditforderungen im Wege der Sacheinlage in eine von ihm neu gegründete Gesellschaft (NewCo)599 ein und wird deren alleiniger Gesellschafter. In einem zweiten Schritt gliedert der Kreditnehmer seinen Geschäftsbetrieb in Anwendung der Bestimmungen des Umwandlungsgesetzes auf die NewCo aus und erhält im Gegenzug eine Beteiligung an dieser (§ 123 Abs. 3 UmwG). Eingebracht wird entweder der gesamte Betrieb oder ein näher zu bestimmender Betriebsteil ein- schließlich der Verbindlichkeiten gegenüber dem betreffenden Gläubiger. Da- durch kommt es wie beim klassischen Debt-Equity-Swap zu einer Vereinigung von Verbindlichkeiten und Forderung, so dass diese durch Konfusion erlö- schen.600 Es tritt damit bei der die Verbindlichkeiten einbringenden Gesellschaft die gewünschte Entschuldung ein. Deren Höhe ist durch den Umfang der einge- brachten Forderungen regulierbar. Das Verhältnis der Anteile des Darlehens- schuldners an der neu gegründeten Gesellschaft zu denen des Darlehensgläubi- gers richtet sich nach dem verbleibenden Wert des eingebrachten Geschäftsbe- triebs zum Wert der zuvor eingebrachten Darlehensforderung.601 Durch diese Vorgehensweise können Nachteile des klassischen Debt- Equity-Swap vermieden werden. So kann beim...

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