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Erfahrungen japanischer Entwicklungszusammenarbeit in Nepal

Interessen, Entwicklungsziele und internationale Normen

Jörg Kruth

In Nepal wirken heute, in der vorerst konsolidierten politischen Lage nach dem Bürgerkrieg, wieder zahlreiche japanische Akteure der Entwicklungszusammenarbeit. Jahrzehntelang waren staatliche ODA-Hilfsleistungen ein singuläres Instrument japanischer Außenpolitik. Diese Situation resultierte überwiegend aus der Abwesenheit eines westlich-privatrechtlichen Systems der Bürgerbeteiligung. Eine neue Generation von Organisationen verfolgt inzwischen nicht unumstritten normative Anliegen wie Demokratisierung, Empowerment, ökologische Zielsetzungen und die Sicherung materieller Ressourcen. Welche Motivationen, Bezugsrahmen und Praxisprobleme liegen ihrer Arbeit zu Grunde? Die Interviews des Autors mit Beteiligten vor Ort in Japan und Nepal gingen der Frage nach, ob eine international normierte Entwicklungszusammenarbeit sich wirklich über strukturelle und staatliche Einschränkungen hinwegzusetzen vermag.

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7 ERFAHRUNGEN DER ZUSAMMENARBEIT

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7.1 STAATLICHE EINGRIFFE UND KORRUPTION 7.1.1 FÖRDERUNG JAPANISCHER ORGANISATIONEN DURCH JICA: ÖFFENTLICHKEITSWIRKSAMKEIT UND EFFEKTIVITÄT Auf welche Weise greift der Staat in die Entwicklungszusammenarbeit des neu- en Dritten Sektors fördernd ein? In den zahlreichen Hochglanzbroschüren der Ausführungsorganisation JICA, in denen den Steuerzahlern Erfolge staatlicher Entwicklungsarbeit dargestellt werden, ist das neue Partnership Program, das den boomenden Dritten Sektor direkt miteinbeziehen soll nicht zu übersehen, denn bürgernahe Entwicklungshilfe suggeriert eine Form direkter Mitbestim- mung. In einem Interview von Kobayashi Kenichir�, dem Verantwortlichen für Nepal im South Asia Department Organisation, die ähnlich eines Ministeriums mit dem Arbeitsbreich Entwicklung in T�ky� fungiert, antwortete man mir wie folgt: „Auf welche Weise fördert der Staat durch die Japan International Cooperation Agency die Entwicklungszusammenarbeit zwischen japanischen und nepalischen Drittsektor- organisationen?“ „Seit einigen Jahren gibt es das sogenannte Partnerschaftsprogramm, in dessen Rahmen die Projektzusammenarbeit solcher Organisationen auch in Nepal durch JICA gefördert wird. JICA fördert die Projektarbeit finanziell, durch Informationsvermittlung, etwa über die aktuellen Beeinträchtigungen durch die Aufständischen der Mao-Fraktion, durch Partnervermittlung zwischen NGOs oder etwa durch außenpolitische Unterstüt- zung ihrer Initiativen in Nepal, insbesondere durch unser Regionalbüro „Japandesk“ in Kathmandu.“ […] „Dieser JICA Jahresbericht 2008, den mir ihre Kollegin freundlicherweise hat zukom- men lassen, enthält die aktuellen Zahlen von Entwicklungshilfeleistungen des japani- schen Staates für Nepal. Welche finanzielle Größenordnung nimmt hierbei die Förde- rung japanischer Drittsektororganisationen ein? Aus dieser Grafik wird dies nicht ganz ersichtlich.“ „Ja, das stimmt, es...

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