Show Less

Der strafrechtliche Schutz des Rechts am eigenen Bild (§ 201a StGB)

Series:

Florian Hengst

Wer einen Blick in einschlägige Boulevard-Medien wirft, wird erschlagen von Bildern bekannter und unbekannter Personen in ihrem Privatbereich. Unabhängig von einer moralischen oder rechtlichen Bewertung wird hieran eines deutlich: Es scheint ein besonderes Interesse daran zu bestehen, Einblicke in das Privatleben Dritter zu erhalten. Einleitend mit einer Erörterung der historischen Entwicklung des Bildnisschutzes in Deutschland stellt diese Abhandlung den Schutz des Rechts am eigenen Bild vor dem Hintergrund der Einführung des § 201a StGB dar. Ziel der Untersuchung ist zu ergründen, ob hinsichtlich der Ausweitung des Bildnisschutzes – neben dem bereits bestehenden zivil- und strafrechtlichen Schutz außerhalb des Kernstrafrechts – ein zusätzliches Pönalisierungserfordernis vorliegt und ob die Ausgestaltung des § 201a StGB zu überzeugen vermag.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

8. Kapitel: Bewertung und Ausblick

Extract

Die Schaffung eines Straftatbestandes zum Schutz vor unbefugten Bildauf- nahmen ist grundsätzlich zu begrüßen. Die fehlende Strafbarkeit der heimlichen Herstellung von Bildaufnahmen stellte im Hinblick auf die strafrechtlich umfas- send geschützte Vertraulichkeit des nicht öffentlich gesprochenen Wortes – hier insbesondere die unbefugte Aufnahme auf einen Tonträger, das Gebrauchen und das Verbreiten einer solchen Aufnahme (§ 201 StGB) – eine nicht länger hin- nehmbare Ungleichbehandlung und mithin eine Regelungslücke dar, die es zu schließen galt.903 Das besondere Schutzbedürfnis ergibt sich nicht zuletzt auf- grund der durch den technischen Fortschritt stetig erhöhten Verletzbarkeit der Persönlichkeit. Die Gefahr, erkannt oder unerkannt „verdinglicht“ zu werden, ist angesichts immer kleinerer und handlicherer Kameras und in Mobilfunkgeräten integrierter Kameras allgegenwärtig.904 Durch den Umstieg von der analogen auf die digitale Fotografie sinkt zudem die Hemmschwelle zur spontanen Bild- aufnahme. War früher die Anzahl der möglichen Bilder auf einem herkömmli- chen Fotofilm noch stark begrenzt und war bereits die Bildaufnahme auf den Fotofilm mit einem gewissen Kostenpunkt verbunden, so können nunmehr an- gesichts immer günstigerer und größerer Speichermedien kostenneutral nahezu beliebig viele Aufnahmen hergestellt werden, ohne Sorge haben zu müssen, ei- nen Fotofilm dauerhaft und vollständig zu belichten. Neben der Digitalisierung der Fotografie stellt die rasante Entwicklung des Internets eine besondere weite- re Gefährdung dar. Zum einen wird hierdurch eine weltweit umfassende jeder- mann zugängliche Plattform geschaffen, die auf einfachste Weise die Verbrei- tung eines Bildes an eine nicht...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.