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Translationswissenschaftlicher Nachwuchs forscht

IATI-Beiträge II

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Edited By Lew Zybatow and Michael Ustaszewski

Die IATI (International Academy for Translation and Interpreting), gegründet 2003 als Nachfolgeorganisation der CUITI-Akademie, bietet mit ihren Sommerschulen «SummerTrans» unter dem Motto «Translationstheorie trifft Translationspraxis» ein Aus- und Fortbildungsprogramm zu Themen und Berufsprofilen, die in den universitären Studienprogrammen kaum eine Rolle spielen, in der Praxis aber stark nachgefragt sind, wie multimediales und literarisches Übersetzen, Filmsynchronisation und Untertitelung, Softwarelokalisierung, Website-Translation, moderne Translationstechnologien u. a. Außerdem richtet jede SummerTrans eine PhD-School aus, zu der DoktorandInnen und HabilitandInnen vor Vertretern der Internationalen Scientific Community und den anwesenden ProfessorInnen ihre wissenschaftlichen Projekte vor- und zur Diskussion stellen. Der Band enthält 13 Beiträge der PhD-School zur SummerTrans IV, die im Juli 2011 in Wrocław (Polen) stattgefunden hat.

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DAS RÄTSEL DES SIMULTANDOLMETSCHENS: KOGNITIVE UND NEURONALEASPEKTE EINER BESONDEREN MENSCHLICHEN KOMPETENZ. VORSTELLUNG DES DISSERTATIONSVORHABENS: Monika Niederhofer, Universität Innsbruck (Österreich)

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DAS RÄTSEL DES SIMULTANDOLMETSCHENS: KOGNITIVE UND NEURONALE ASPEKTE EINER BESONDEREN MENSCHLICHEN KOMPETENZ. VORSTELLUNG DES DISSERTATIONSVORHABENS Monika Niederhofer, Universität Innsbruck (Österreich) 1. Ausgangspunkt und Forschungsinteresse Der Traum vom Blick in die sog. Black Box des Translators, d.h. das lebende menschliche Gehirn bei der Sprachverarbeitung und -produktion beobachten und tatsächlich „sehen“ zu können, was sich beim Dolmetschen abspielt, wird durch immer neue Weiterentwicklungen im Bereich der Medizintechnik und medizini- schen Diagnostik befeuert. Seit Paul Broca 1861 erstmals Autopsien an Gehirnen sprachgeschädigter Patienten durchführte, wurde in zahlreichen Studien unter- sucht, welche Areale an Sprachverständnis und -produktion beteiligt sind. Auf Broca selbst geht die Hypothese der Hemisphärendominanz zurück, der zufolge bei Rechtshändern primär die linke Hemisphäre die sprachdominantere ist (vgl. Calvin / Ojemann 1995, 55f.). Diese funktionale Aufgabenverteilung der Infor- mationsverarbeitungsprozesse zwischen der rechten und der linken Hirnhälfte nennt man Lateralisierung. Auf diese Dominanz der linken Hemisphäre (oder Hirnhälfte) konzentrierten sich schon von Beginn an Studien zu neuronalen und kognitiven Prozessen beim Simultandolmetschen. In empirischen Studien wurde untersucht, ob der Erwerb einer (oder mehrerer) Zweitsprache(n) bei Dolmetschern bzw. Studierenden die zerebrale Organisation von Sprache im Gehirn verändert. Dazu wurden die un- terschiedlichsten Gruppenkombinationen getestet und miteinander verglichen: professionelle Dolmetscher, Studierende in unterschiedlichen Stadien der Dol- metscherausbildung, Nicht-Dolmetscher, Fremdsprachenlerner und -lehrer, Mo- nolinguale, seit jüngster Kindheit Bilinguale, Bilinguale mit einer späteren Spracherwerbsgeschichte, etc. Eine umfassende Übersicht über die neurophysio- logischen Untersuchungen zum Simultandolmetschen ist nachzulesen bei...

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