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Mentale Prozesse beim Hörverstehen in der Fremdsprache

Eine Studie zur Validität der Messung sprachlicher Kompetenzen

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Henning Rossa

Diese empirische Studie untersucht die Validität eines Hörverstehenstests in der Fremdsprache Englisch, der in der Schulleistungsstudie DESI zur Messung der Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der neunten Klasse eingesetzt wurde. Die zentralen Forschungsfragen lauten: Inwiefern gelingt es, mit den Testaufgaben die Facetten des theoretisch spezifizierten Testkonstrukts ‘Hörverstehen in der Fremdsprache Englisch’ zu erfassen? Was geht in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler vor, wenn sie die Hörverstehensaufgaben bearbeiten? Inwiefern hängen Erfolg und Scheitern bei der Bearbeitung der Aufgaben tatsächlich von der Fähigkeit ab, die relevanten Informationen in den Hörtexten zu verstehen und aus dem Gedächtnis abzurufen?

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4 Forschungsfragen und Forschungsdesign

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Aus der im vorangehenden Kapitel dargelegten Arbeitsdefinition der Validität ergeben sich für die hier vorliegende Untersuchung drei Ziele. Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses stehen erstens die mentalen Operationen der Testteil- nehmer, die diese in der Auseinandersetzung mit den Anforderungen der Test- aufgaben aktivieren. Zweitens ist zu überprüfen, inwiefern die Testteilnehmer zur Bearbeitung der Aufgaben auf Prozesse der Sprachverarbeitung zurückgrei- fen, die im theoretischen Testkonstrukt spezifiziert werden. Drittens muss unter- sucht werden, inwiefern die Ausprägungen der im Konstrukt spezifizierten Pro- zesse die Ausprägungen der Testleistung bestimmen. Das dritte Forschungsziel berührt das Konzept der ‚Kausalität‘, das Borsboom et al. (2004) in ihrer Validitätsdefinition im Sinne des erkenntnistheoretischen Realismus verwenden (vgl. Borsboom 2005: 255). Nach Maxwell (2004), der sich auf die wissenschaftsphilosophische Arbeit von Salmon (1984) beruft, sind kausale Effekte aus der Perspektive des Realismus als “the actual causal mechanisms and processes that are involved in particular events and situations” (Maxwell 2004: 4) zu verstehen. Diese Perspektive betont im Gegensatz zu ei- nem deduktiv-nomologischen Verständnis der Kausalität die Zugänglichkeit dieses Phänomens für einen prozessorientierten, eher qualitativ ausgerichteten Forschungsansatz, der in dieser Studie die individuellen Wege der Testteilneh- mer zu erfolgreichen und gescheiterten Aufgabenlösungen nachzeichnet (vgl. ibid.: 5)16. Die ersten beiden Forschungsziele legen angesichts der zu erwartenden Vari- abilität und Komplexität der mentalen Prozesse ebenfalls eine explorative For- schungsperspektive nahe, die sich auf verbale Daten der Testteilnehmer stützt. Wenn die Prozessebene des Sprachtestens in den Mittelpunkt...

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