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Mentale Prozesse beim Hörverstehen in der Fremdsprache

Eine Studie zur Validität der Messung sprachlicher Kompetenzen

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Henning Rossa

Diese empirische Studie untersucht die Validität eines Hörverstehenstests in der Fremdsprache Englisch, der in der Schulleistungsstudie DESI zur Messung der Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der neunten Klasse eingesetzt wurde. Die zentralen Forschungsfragen lauten: Inwiefern gelingt es, mit den Testaufgaben die Facetten des theoretisch spezifizierten Testkonstrukts ‘Hörverstehen in der Fremdsprache Englisch’ zu erfassen? Was geht in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler vor, wenn sie die Hörverstehensaufgaben bearbeiten? Inwiefern hängen Erfolg und Scheitern bei der Bearbeitung der Aufgaben tatsächlich von der Fähigkeit ab, die relevanten Informationen in den Hörtexten zu verstehen und aus dem Gedächtnis abzurufen?

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6 Ergebnisse zur ersten Forschungsfrage

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Welche mentalen Prozesse der Testteilnehmer gehen mit der Bearbeitung der Testaufgaben ‚DESI Englisch Hörverstehen’ einher? Die qualitative Datenanalyse liefert zur Untersuchung der ersten Forschungs- frage Erkenntnisse zu den mentalen Prozessen, die die Testteilnehmer vollzie- hen, während sie die Hörverstehensaufgaben lösen. Mit Blick auf den Verlauf der aufgabenbezogenen Prozesse ist festzustellen, dass die Testteilnehmer sich in der Testsituation mit drei grundsätzlichen Anforderungen auseinandersetzen. Sie versuchen erstens, ein Verständnis der im Hörtext präsentierten Informa- tionen zu entwickeln und im Gedächtnis verfügbar zu halten, und bemühen sich zweitens darum, die in den Testaufgaben implizierten Verstehensabsichten oder explizit präsentierten Fragen zu entschlüsseln. Die dritte Anforderung besteht darin, die Kongruenz der angegebenen Lösungsmöglichkeiten (im Folgenden ‚Antwortoptionen‘) mit dem eigenen Textverständnis zu überprüfen. Andere mentale Operationen spiegeln den Einsatz metakognitiver und affek- tiver Strategien wider, mit deren Hilfe die Testteilnehmer ihre Bemühungen um die erfolgreiche Bearbeitung der Aufgaben begleitend überprüfen und retrospek- tiv beurteilen. Außerdem setzen sie Teststrategien ein, um einen wahrgenomme- nen Mangel an verfügbarem Wissen über den Text, die Aufgabe oder über die Bezüge zwischen Aufgabe und Text auszugleichen. Diese grobe Übersicht entspricht weitgehend den theoretischen Annahmen zur ersten Forschungsfrage, die in Kapitel 4 dargelegt wurden. Darüber hinaus gewähren die Informanten in den Verbalprotokollen Einblicke in ihre Wahr- nehmungen bezüglich der Schwierigkeiten, die ihnen die Testaufgaben bereiten. Entsprechende Aussagen kommen abgesehen von den Daten aus Interviews des Typs ‘stimulated...

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