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Mentale Prozesse beim Hörverstehen in der Fremdsprache

Eine Studie zur Validität der Messung sprachlicher Kompetenzen

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Henning Rossa

Diese empirische Studie untersucht die Validität eines Hörverstehenstests in der Fremdsprache Englisch, der in der Schulleistungsstudie DESI zur Messung der Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern der neunten Klasse eingesetzt wurde. Die zentralen Forschungsfragen lauten: Inwiefern gelingt es, mit den Testaufgaben die Facetten des theoretisch spezifizierten Testkonstrukts ‘Hörverstehen in der Fremdsprache Englisch’ zu erfassen? Was geht in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler vor, wenn sie die Hörverstehensaufgaben bearbeiten? Inwiefern hängen Erfolg und Scheitern bei der Bearbeitung der Aufgaben tatsächlich von der Fähigkeit ab, die relevanten Informationen in den Hörtexten zu verstehen und aus dem Gedächtnis abzurufen?

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9 Zusammenfassung der Forschungsergebnisse

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Ausgehend von einer stark fokussierten Definition des Gütekriteriums der Test- validität wurde in dieser Studie die Prozessebene der Bearbeitung von Testauf- gaben zum fremdsprachlichen Hörverstehen aus der Perspektive der Testteil- nehmer, Schülerinnen und Schüler der neunten Klasse, untersucht. Im folgenden Abschnitt soll zunächst die Angemessenheit der forschungsmethodischen Ent- scheidung bewertet werden, zur Untersuchung der Testvalidität auf introspektive Daten des lauten Denkens zu setzen. Abschließend werden die Ergebnisse zur Validität der Aufgaben mit Blick auf die mentalen Operationen der Testteilneh- mer sowie die Unterschiede zwischen den zwei Teilstichproben zusammenge- fasst. 9.1 Einschätzung der Erhebungsmethode des lauten Denkens Die Ergebnisse der Untersuchung basieren auf der qualitativen Analyse verbaler Daten, die mit der Methode des lauten Denkens erhoben wurden. Die gewählte Methode verfolgte das Ziel, Hinweise auf die mentalen Operationen der Test- teilnehmer möglichst gleichzeitig, während der Aufgabenbearbeitung zu erfas- sen. In der forschungsmethodologischen Literatur werden hauptsächlich zwei Bedenken gegen den Einsatz der Methode geäußert (vgl. Nisbett & Wilson 1977; Russo, Johnson & Stephens 1989): 1. Stellen die Protokolle lauten Denkens tatsächlich ein präzises Ab- bild der Kognitionen dar? 2. Verändert die zusätzliche Anforderung, seine Gedanken auszuspre- chen, das Wesen der untersuchten Prozesse? Die erste Frage impliziert die Annahme, dass Menschen über keinen oder einen eingeschränkten bewussten Zugriff auf ihre Gedanken verfügen. Daraus folgt, dass in der Untersuchung zu erwarten ist, dass nicht alle Gedanken tatsächlich verbalisiert werden. Dieser Vorbehalt lässt...

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