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Gute Sprache, schlechte Sprache

Sprachnormen und regionale Vielfalt im Wandel

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Edited By Michael Elmentaler and Ulrich Hoinkes

Die in diesem Band versammelten Beiträge tragen aus je unterschiedlicher Perspektive dazu bei, den Aspekt evaluierender Sprachbetrachtung in die wissenschaftliche Analyse sprachlicher Wirklichkeit zu integrieren. Das Konzept «Gute Sprache, schlechte Sprache» ist ein Element öffentlichen Sprachbewusstseins und Sprachhandelns – oft versteckt, aber fest mit den übrigen Triebfedern des Sprachwandels verbunden. Der Band vereinigt Beiträge aus den Disziplinen der Allgemeinen und Angewandten Sprachwissenschaften, der Latinistik, der Germanistik, der Anglistik, der Romanistik und der Frisistik. Er greift bis in die Sprachgeschichte des Altertums zurück und endet bei neuesten Entwicklungen der Chat-Kommunikation. Die Autorinnen und Autoren sind Mitglieder des Kieler Forschungszentrums «Arealität und Sozialität in der Sprache».

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Alastair Walker: Sprach- und Sprachenpolitik am Beispiel des Nordfriesischen 47

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Sprach und Sprachenpolitik am Beispiel des Nordfriesischen Alastair G.H. Walker 1. Einleitung Die Auffassungen darüber, was „gute“ und was „schlechte“ Sprache ist, haben sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt. Lange Zeit galt z.B. Latein als die Wissenschaftssprache und erst im ausgehenden 17. Jahrhundert entstanden im deutschsprachigen Gebiet Bestrebungen, das Deutsche an seiner Stelle einzufüh ren (BACH 1970: 331). Inzwischen ist Latein hier weitgehend durch das Deut sche abgelöst worden, das aber nun selbst in Gefahr steht, durch das Englische in dieser Domäne, vor allem in den Naturwissenschaften, verdrängt zu werden. Der Begriff der „guten“ Sprache, hier im Sinne des Status als Wissenschafts sprache, unterliegt also dem Wandel. Ein weiteres Beispiel eines Statuswandels bilden die europäischen Regional und Minderheitensprachen, die als einst wenig beachteter, wenn nicht gar unter drückter Teil der regionalen Vielfalt gegen Ende des 20. Jahrhunderts begannen, eine zunehmende gesellschaftliche Akzeptanz zu erringen. Dies geschah im Zu ge einer emanzipatorischen Bewegung, der so genannten „Renaissance der eu ropäischen Regional oder Minderheitensprachen“. Diese Bewegung hat ihren Niederschlag im wissenschaftlichen Diskurs ge funden, der aber durch gewisse terminologische Defizite im Deutschen er schwert wird. Deshalb wird in diesem Beitrag ein Vorschlag zur Präzisierung der Terminologie infolge der sprachsoziologischen bzw. sprachenpolitischen Entwicklungen im Zusammenhang mit der o.g. „Renaissance der europäischen Regional und Minderheitensprachen“ unterbreitet. Zur Diskussion steht eine semantische Erweiterung des Begriffspaars „Sprach“ und „Sprachenpolitik“. Einen Schwerpunkt in der Darstellung bildet das Nordfriesische. 2. Definitorische Ansätze Die Begriffe „Sprach“ und „Sprachenpolitik...

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