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Gute Sprache, schlechte Sprache

Sprachnormen und regionale Vielfalt im Wandel

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Edited By Michael Elmentaler and Ulrich Hoinkes

Die in diesem Band versammelten Beiträge tragen aus je unterschiedlicher Perspektive dazu bei, den Aspekt evaluierender Sprachbetrachtung in die wissenschaftliche Analyse sprachlicher Wirklichkeit zu integrieren. Das Konzept «Gute Sprache, schlechte Sprache» ist ein Element öffentlichen Sprachbewusstseins und Sprachhandelns – oft versteckt, aber fest mit den übrigen Triebfedern des Sprachwandels verbunden. Der Band vereinigt Beiträge aus den Disziplinen der Allgemeinen und Angewandten Sprachwissenschaften, der Latinistik, der Germanistik, der Anglistik, der Romanistik und der Frisistik. Er greift bis in die Sprachgeschichte des Altertums zurück und endet bei neuesten Entwicklungen der Chat-Kommunikation. Die Autorinnen und Autoren sind Mitglieder des Kieler Forschungszentrums «Arealität und Sozialität in der Sprache».

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Ulrich Hoinkes: Migration, Minderheiten und Regionalsprache 105

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Migration, Minderheiten und Regionalsprache Ulrich Hoinkes Migrationen schaffen immer wieder neue und sich stets verändernde Situationen von Sprachkontakt, die in den meisten Fällen als Kontakt einer bestimmten Migrantensprache mit der offiziellen Sprache des aufnehmenden Landes ver standen werden. Die Wirklichkeit ist aber oft komplizierter. Denn Migranten – nicht selten von Kindheit an selbst zweisprachig – gelangen vielfach in Gebiete, die ihrerseits auch zweisprachig sind, d.h. neben dem Gebrauch einer überregio nalen (nationalen) Sprache durch den Gebrauch einer Regionalsprache geprägt sind. Mancherorts ist diese Regionalsprache nur auf bestimmten Intimitätsstufen des Lebens relevant, betrifft die Migranten also nur ab einem gewissen Grad er folgreicher und bewusster sozialer Integration. In anderen Fällen handelt es sich sogar um eine offizielle bzw. kooffizielle Sprache, die auch im öffentlichen Le ben einen wichtigen Platz einnimmt. In einer solchen Situation des komplexeren Sprachkontakts mag unweigerlich die Frage nach der ‚guten’ oder ‚schlechten’ Sprache aufkommen, mag biswei len sogar das Empfinden des Individuums gegenüber der einen oder anderen Sprache affektiv geprägt sein. So gesehen stellt die positive oder negative al tung zu einer gebräuchlichen Regionalsprache für viele Migranten eine eraus forderung dar, die kaum Neutralität zulässt und im Falle eines Falles dazu füh ren kann, dass eine andere Sprache als ursprünglich gedacht oder gar eine weite re zusätzlich von den Einwanderern erlernt wird. Es soll in diesem Beitrag nun darum gehen, zu untersuchen, unter welchen sozialen und politischen Bedin gungen Regionalsprachen in Migrationskontexten relevant werden. Dabei...

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