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Gute Sprache, schlechte Sprache

Sprachnormen und regionale Vielfalt im Wandel

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Edited By Michael Elmentaler and Ulrich Hoinkes

Die in diesem Band versammelten Beiträge tragen aus je unterschiedlicher Perspektive dazu bei, den Aspekt evaluierender Sprachbetrachtung in die wissenschaftliche Analyse sprachlicher Wirklichkeit zu integrieren. Das Konzept «Gute Sprache, schlechte Sprache» ist ein Element öffentlichen Sprachbewusstseins und Sprachhandelns – oft versteckt, aber fest mit den übrigen Triebfedern des Sprachwandels verbunden. Der Band vereinigt Beiträge aus den Disziplinen der Allgemeinen und Angewandten Sprachwissenschaften, der Latinistik, der Germanistik, der Anglistik, der Romanistik und der Frisistik. Er greift bis in die Sprachgeschichte des Altertums zurück und endet bei neuesten Entwicklungen der Chat-Kommunikation. Die Autorinnen und Autoren sind Mitglieder des Kieler Forschungszentrums «Arealität und Sozialität in der Sprache».

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Hartmut Pfitzinger: Phonetische Vokalqualität: Beschreibungsmethoden seit Samuel Reyher (1679) 175

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Phonetische Vokalqualität: Beschreibungsmethoden seit Samuel REYHER (1679) Hartmut R. Pfitzinger 1. Einleitung Den Weg, den die Phonetik ging von ihren ersten Versuchen, den genauen Klang von Vokalen auf symbolische Weise zu beschreiben, so dass Fachkundige bereits anhand der Symbole eine klare Vorstellung bekommen, bis zum heute verbreiteten aufwendigen Vokalsystem der International Phonetic Association (IPA), möchte ich im Folgenden darstellen. Dabei spielt Samuel REYHER, ein Professor der ChristianAlbrechtsUniversität zu Kiel, eine herausragende Rolle, denn er beschäftigte sich 1679 als Erster und auch lange Zeit weltweit Einziger mit der Akustik der Vokale. Grundsätzlich lassen sich Vokale auf drei Ebenen betrachten: 1) der artikulatorischen, d.h. wie produziert ein Sprecher Vokale, 2) der akustischen, d.h. welche systematischen Eigenschaften hat das erzeugte Sprachsignal, und 3) der perzeptiven, d.h. zu welchem Höreindruck führt die Wahrnehmung des Sprachsignals. Obwohl der Titel des Sammelbands dies suggerieren mag, geht es in diesem Beitrag nicht um gute oder schlechte Vokale, sondern um Vokalqualität, die hier nicht als Güte zu verstehen ist, sondern eher als Beschaffenheit des Vokalklangs an sich und der Unterschiede zwischen Vokalklängen. Die Phonetik im engeren Sinne, die TILLMANN (1995) als traditionelle Phonetik oder kleine Phonetik be zeichnet und damit die Lehre der Sprachlaute meint, beschäftigt sich bereits seit sehr langer Zeit mit der Beschreibung der Standardaussprache sowie ihrer regio nal und sozial geprägten Varianten. Die Wurzeln der Phonetik lassen sich in der Geschichte weit zurückverfolgen. So greift KEMP (1994) bis ins antike...

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