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Sportgroßveranstaltungen als staatliche Herausforderung

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Henning Gädeke

Sportgroßveranstaltungen führen zu einer Reihe spezifischer rechtlicher Probleme, die nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Professionalisierung und der weltweiten Vermarktung des Sportes stärker in das allgemeine Bewusstsein getreten sind. Das gilt insbesondere für sicherheitsrechtliche Fragen, der Bau großer Sportarenen wirft aber auch beispielsweise planungsrechtliche Probleme auf. Am Beispiel von Sportgroßveranstaltungen lassen sich die zentralen Herausforderungen moderner Infrastrukturverwaltung näher beleuchten. Vor diesem Hintergrund betrachtet der Verfasser Sportgroßveranstaltungen als rechtlichen Gesamtkomplex und entwickelt für diese ein spezifisches öffentlich-rechtliches Regelungsregime.

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Fünfter Teil: Ausblick

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§ 13 Ausblick Die in dieser Untersuchung beschriebene Stellung der Sportgroßveranstaltungen zwischen Staat und Markt stellt lediglich eine Momentaufnahme dar. In welche Richtung sich dieses Verhältnis in Zukunft entwickeln wird, hängt entscheidend davon ab, wie Sportverbände und Staat ihr Verhältnis zueinander definieren und welchen Einfluss die Sportverbände den Kräften des Marktes zubilligen. Das wirt- schaftliche Potenzial der Sportgroßveranstaltungen muss nicht ungenutzt bleiben und die Akquirierung privater Sponsorengelder stellt einen wichtigen Baustein zu deren Finanzierung dar. Es darf aber nicht übersehen werden, dass der Gemein- wohlcharakter von Sportgroßveranstaltungen sich nicht über deren Wirtschaftskraft definiert, sondern über die positiven Eigenschaften, wie sie Staat und Verbände dem Sport zusprechen. Das Mantra der privaten und staatlichen Entscheidungsträger, der Sport sei Vorbild für Fairness, Respekt und Solidarität, darf nicht zur Plattitüde verkommen, indem Sportgroßveranstaltungen zu Sponsoringevents mit gedopten Sportlern wer- den, weil die zuständigen Gremien versagen. Die staatliche Gewährleistungsver- antwortung in diesem Bereich basiert auf dem Gemeinwohlcharakter der Veranstal- tungen und entfiele, wenn dieser nicht mehr identifiziert werden könnte. Derartigen Entwicklungen entgegenzusteuern, fällt primär den autonomen Trägern des Sports zu. Der Staat muss die Grenzen seiner Einflussnahme akzeptieren und darf diesbe- züglich erst dann eingreifen, wenn eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit vor- liegt insbesondere die Grenze zur Strafbarkeit überschritten zu werden droht. Ob die Aufnahme eines Staatsziels zur Sportförderung in das Grundgesetz an den Ergebnissen dieser Untersuchung etwas ändern würde,...

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