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Der Trust als Gestaltungsmittel der Vermögensverselbständigung und des Vermögensschutzes

am Beispiel des Trusts nach dem Recht der US-amerikanischen Bundesstaaten

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Julia Remde

Das Rechtsinstitut des Trusts ist ein vielseitiges Gestaltungsmittel in zahlreichen ausländischen Rechtskreisen, insbesondere denen des angloamerikanischen Rechts. Dem deutschen Recht ist diese Rechtsfigur jedoch unbekannt. Diese Arbeit untersucht die Bedeutung des Trusts nach dem Recht der US-amerikanischen Bundesstaaten aus Sicht des deutschen Rechts und behandelt Probleme beim Aufeinandertreffen des fremden Rechtsinstituts mit dem deutschen Recht. Hierbei wird der Trust zunächst im deutschen Internationalen Privatrecht eingeordnet. Ferner wird rechtsvergleichend ermittelt, wie das unbekannte Rechtsinstitut mit dem deutschen Recht in Einklang gebracht werden kann, wenn das deutsche materielle Recht auf den Trust Anwendung findet. Schließlich wird anhand der besonderen Funktion des Trusts als Mittel des Vermögensschutzes untersucht, ob und wie das Trustvermögen deutschen Gläubigern vorenthalten werden kann.

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H. Zusammenfassung und Ausblick

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I. Zusammenfassung Die Rechtsfigur des Trusts ist nach dem Recht der US-Bundesstaaten ein sehr flexibles Rechtsinstitut, das den unterschiedlichsten Zwecken dient.1464 Der Trust zeichnet sich durch ein Drei-Personen-Verhältnis aus, bei dem der Begründer (settlor) dem Treuhänder (trustee) Vermögen mit der Maßgabe überträgt, es zu- gunsten eines Begünstigten (beneficiary) nach den Vorgaben des settlor zu ver- walten und nach Beendigung der Verwaltung auszukehren.1465 Dieses Drei- Personen-Verhältnis ist jedoch nicht zwingend für einen Trust. So können auch mehrere Personen auf einer Seite, oder eine Person auf mehreren Seiten z.B. gleichzeitig als settlor und beneficiary tätig sein.1466 Der rechtsgeschäftlich errichtete private express trust dient dem settlor als Mittel der Vermögensverwaltung und –übertragung.1467 Innerhalb des private express trust werden der unter Lebenden errichtete Trust (inter vivos trust) und der Trust von Todes wegen (testamentary trust) unterschieden.1468 Der inter vivos trust kann widerruflich (revocable) und unwiderruflich (irrevocable) errichtet werden1469 und dabei zahlreiche Gestaltungsziele verfolgen: Neben seinem Hauptzweck der lebzeitigen Vermögensverwaltung und -übertragung spielen sowohl der testamentary trust als erbrechtliches Gestaltungsmittel als auch der inter vivos trust als Testamentsersatzgeschäft eine wichtige Rolle bei der Rechtsnachfolge von Todes wegen.1470 Darüber hinaus kann ein Trust dem Ver- mögensschutz dienen.1471 Der Trust entsteht durch Erklärung des settlor verbunden mit der Übertragung des Trustguts auf den trustee.1472 Dabei müssen Trustgut und der oder die Be- 1464 Vgl. B.IV. 1465 Siehe oben B.I und B.III. 1466 Siehe oben B.III.2.a) und B.III.3.a)...

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