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Wiener Personennamen

Ruf-, Bei- und Familiennamen des 15. Jahrhunderts aus Wiener Quellen

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Axel Linsberger

Diese Arbeit zielt auf die Erfassung, typologische Gliederung, etymologische Deutung sowie linguistische und kulturhistorische Analyse der in Wiener Quellen belegten Anthroponyme des 15. Jahrhunderts. Neben einem umfassenden Namenbuch mit historischem Belegmaterial werden Fragen der Erblichkeit von Beinamen, schreibsprachliche Besonderheiten im Namenmaterial und Tendenzen der Rufnamengebung behandelt. Dabei zeichnet sich im 15. Jahrhundert die Fixierung und Erblichwerdung der Beinamen und damit die Etablierung von vererbten Familiennamen ab. Die in Namen enthaltenen Informationen zur soziokulturellen Struktur und dem spätmittelalterlichen Zuzugsgebiet der Stadt werden in einer kulturhistorischen Analyse herausgearbeitet.

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Teil A: EINFÜHRUNG UND GRUNDLAGEN

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1. Forschungsstand Die Anthroponomastik und speziell die Bei- bzw. Familiennamenforschung gehört zu den Desiderata der Namenforschung in Österreich, da selbst die Mutterdiszip- lin der Namenforschung als autonome sprachwissenschaftliche Disziplin noch relativ jung ist und sich gerade in Österreich bisher verstärkt auf die Erforschung von Toponymen konzentriert hat, während die wissenschaftliche Beschäftigung mit Anthroponymen von einigen wenigen Einzelpersonen getragen wurde und wird. Die Erforschung von Anthroponymen gestaltet sich aus verschiedenen Gründen als ein anspruchsvolles Unterfangen. Einerseits weist unser Land auf Grund seiner geschichtlichen Vergangenheit eine multikulturelle Bevölkerung auf und erlebte stets regen Zuzug aus den umgebenden Ländern. Andererseits erfordert jede ernsthafte Untersuchung eine umfassende Sichtung der historischen Belege, um eindeutige Aussagen zu Motiv, Bildungsweise und Etymologie treffen zu können. Die Quellenlage ist aber regional sehr unterschiedlich und auch der Quellenzu- gang ist in manchen Fällen eingeschränkt. Hinzu kommt die Mobilität der Na- menträger, die die Feststellung der Vererblichkeit eines Namens (welche ein we- sentliches Element der Definition von Familiennamen im heutigen Sinne ist) er- schwert. Zur Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie verstärkte sich der Zuzug aus den umliegenden Ländern. Aus allen Regionen des damaligen Herr- schaftsgebietes (vornehmlich aus Ländern mit slawischer Sprache) siedelten sich im Wiener Raum Menschen an, die ihren Namen mitbrachten, der in der Schrei- bung nicht selten der deutschen Orthographie angepasst wurde. Umso schwieri- ger gestaltet es sich, die heutigen Namenformen einer bestimmten slawischen Sprache zuzuordnen. Ein bis heute auffallendes Charakteristikum ist die Vielzahl...

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