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Wiener Personennamen

Ruf-, Bei- und Familiennamen des 15. Jahrhunderts aus Wiener Quellen

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Axel Linsberger

Diese Arbeit zielt auf die Erfassung, typologische Gliederung, etymologische Deutung sowie linguistische und kulturhistorische Analyse der in Wiener Quellen belegten Anthroponyme des 15. Jahrhunderts. Neben einem umfassenden Namenbuch mit historischem Belegmaterial werden Fragen der Erblichkeit von Beinamen, schreibsprachliche Besonderheiten im Namenmaterial und Tendenzen der Rufnamengebung behandelt. Dabei zeichnet sich im 15. Jahrhundert die Fixierung und Erblichwerdung der Beinamen und damit die Etablierung von vererbten Familiennamen ab. Die in Namen enthaltenen Informationen zur soziokulturellen Struktur und dem spätmittelalterlichen Zuzugsgebiet der Stadt werden in einer kulturhistorischen Analyse herausgearbeitet.

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10. Geschichtlicher Hintergrund

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Um wesentliche Aspekte dieser Arbeit (wie etwa die kulturhistorische Analyse derselben) eindeutig und allgemein verständlich klären zu können, ist es notwen- dig, vorweg wesentliche historische Grundlagen anzusprechen. Wesentlich ist hier neben der geschichtlichen Entwicklung Wiens bis zum Spätmittelalter vor allem auch die Bedeutung der Stadt im europäischen Kontext bzw. die Einbettung Wiens in die bestehenden Herrschaftsstrukturen (vgl. PERGER 1988 und CZENDES / OPPL 2001-06, Bd. I). Außerdem ist ein kurzer Abriss der gesellschaftlichen Zu- sammenhänge der spätmittelalterlichen Stadt vonnöten, um wesentliche Begriffe zu klären und die nachfolgenden Entwicklungen bzw. die in den späteren Kapi- teln folgenden Analysen und Schlussfolgerungen leichter nachvollziehbar zu ma- chen. 10.1. Die soziale Struktur der spätmittelalterlichen Bevölkerung Eine wesentliche Gliederung der mittelalterlichen Gesellschaft in Wien ergab sich vor allem durch die Unterscheidung von Bürgern, Inwohnern und den so ge- nannten Privilegierten: 10.1.1. Bürger9 Die Bürger männlichen Geschlechts waren durch einen Eid zu einer Gemeinde zusammengeschlossen und leisten dem Herzog den Treueid im Namen der Stadt. Um Mitglied der Bürgergemeinde zu werden, musste man großjährig sein (also sein 18. Lebensjahr vollendet haben) und eidlich versprechen, sich mit eigenem Rauch in Wien niederzulassen, also einen Wohnsitz zu gründen. Weiters war an das Bürgerrecht die Pflicht gebunden, mit der Stadt zu leiden, also u. a. Steuern zu zahlen und persönlicher Einsatz zum Gemeinwohl zu leisten. Zudem musste eine Taxe für die Zuerkennung des Bürgerrechts...

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