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Wiener Personennamen

Ruf-, Bei- und Familiennamen des 15. Jahrhunderts aus Wiener Quellen

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Axel Linsberger

Diese Arbeit zielt auf die Erfassung, typologische Gliederung, etymologische Deutung sowie linguistische und kulturhistorische Analyse der in Wiener Quellen belegten Anthroponyme des 15. Jahrhunderts. Neben einem umfassenden Namenbuch mit historischem Belegmaterial werden Fragen der Erblichkeit von Beinamen, schreibsprachliche Besonderheiten im Namenmaterial und Tendenzen der Rufnamengebung behandelt. Dabei zeichnet sich im 15. Jahrhundert die Fixierung und Erblichwerdung der Beinamen und damit die Etablierung von vererbten Familiennamen ab. Die in Namen enthaltenen Informationen zur soziokulturellen Struktur und dem spätmittelalterlichen Zuzugsgebiet der Stadt werden in einer kulturhistorischen Analyse herausgearbeitet.

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2. Beobachtungen zu schreibsprachlichen Besonderheiten imNamenmaterial auf phonologischer Ebene

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628 2. Beobachtungen zu schreibsprachlichen Besonderheiten im Namenmaterial auf phonologischer Ebene 2.1. Vokalismus mhd. Schreibung in Regesten (Namensbeispiele) a â ô o a, selten o (Pobenberger) a, selten o (Schof) o, gelegentlich a (Rot, Rotschmied) o, vor h, r, n, m gelegentlich mbair. a (Aicharn, Narczendorfer, Sarger) bzw. vor r auch u (Hurnaus). Umlaute Umlaute beibehalten und bezeichnet (Räuschl, Reuschl, Holzk�uffel) e (Primärumlaut) ë (germ. e) ê ä, æ (Sekundärumlaut) e (Peck) e (Fleck) e (Lehener, etc.), v. a. im Auslaut ee (Klee) �, ä (Tänczl, Täpler), gelegentlich e (Tenczl) î i i vor l ei û ou iu,  u ie ei, ey (Weinschenk) i (Innauer, Widmer) i (Mild) ai, ay (Mayr, Mair) au, aw (Rausch, Rawscher) au, aw (Innauer, Innawer) eu, ew (Peutler, Sewberleich), nur selten entrundet ei (Reitter) oder ey (auf der Seyl) u, v, w (Sturm, vnser, zwr [im Regestentext]); vor r gelegentlich  (Strm, Mrr) ie (Wienner, Lieber) 629 uo üe , u, ue, (dacz dem Gte, Huter, Hueber) ue, , ü (Pruefentanz, Frer, Brüder [im Regesten- text]) Svarabhakti Svarabhakti nur selten (Pirichner, Kirichdorfer, Iricher) Synkope und Apokope Synkope selten (Nagl, Nadl), Apokope nicht zu be- obachten. 2.1.1. Zur Vokalquantität ERNST (1994: 218) stellt für die Wiener Schreibsprache des 13. Jahrhunderts fest, dass die Dehnung der mhd. Kurzvokale in offener Silbe bereits vollzogen ist. Die Kürzen i, ü, u, e, ö, o, ë, ä, a werden demnach in offener Silbe in Zweisilbern und in einsilbigen Wörtern in bestimmten Positionen gedehnt. Die von WIESINGER (1991: 74) beschriebene Dehnung von mhd....

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