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Wiener Personennamen

Ruf-, Bei- und Familiennamen des 15. Jahrhunderts aus Wiener Quellen

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Axel Linsberger

Diese Arbeit zielt auf die Erfassung, typologische Gliederung, etymologische Deutung sowie linguistische und kulturhistorische Analyse der in Wiener Quellen belegten Anthroponyme des 15. Jahrhunderts. Neben einem umfassenden Namenbuch mit historischem Belegmaterial werden Fragen der Erblichkeit von Beinamen, schreibsprachliche Besonderheiten im Namenmaterial und Tendenzen der Rufnamengebung behandelt. Dabei zeichnet sich im 15. Jahrhundert die Fixierung und Erblichwerdung der Beinamen und damit die Etablierung von vererbten Familiennamen ab. Die in Namen enthaltenen Informationen zur soziokulturellen Struktur und dem spätmittelalterlichen Zuzugsgebiet der Stadt werden in einer kulturhistorischen Analyse herausgearbeitet.

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3. Morphologie und Namenbildung der Beinamen

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Im Folgenden soll der dieser Arbeit zugrunde liegende Beinamenkorpus nach morphologischen Kriterien analysiert werden, um wesentliche Merkmale der Namenbildung herauszuarbeiten. Die morphologische Analyse soll nach Namen- typen getrennt erfolgen, wobei (wie auch im folgenden Kapitel zur kulturhistori- schen Analyse) die Einteilung nach BACH (1952-53) und KOHLHEIM (1996a) her- angezogen werden soll. Zur angesprochenen Gliederung der Beinamentypen und der diesbezüglichen Vorgangsweise vgl. auch das Kapitel zu Aufbau und Benut- zung des Namenbuches im Namenbuch der Beinamen sowie das Kapitel zur kul- turhistorischen Analyse des Namenmaterials. Bei der Analyse der Namenbildung werden nach BACH nicht die zugrundelie- genden Etyma in ihrer Bildung analysiert, da dies Aufgabe der Wortbildung wäre. Vielmehr wird versucht, den Prozess der Namenbildung zu analysieren, indem untersucht werden soll, wie Elemente des appellativischen Wortschatzes zu Na- men werden und welche morphologischen Prozesse bei der Namenbildung vor sich gehen. Daher wird grob unterschieden zwischen der Namenbildung durch reine Übernahme eines im appellativischen Wortschatz gebräuchlichen Wortes (wie etwa einer bereits als Appellativ existierenden Berufsbezeichnung) bzw. der Übernahme eines bereits existierenden Orts-, Flur, Gewässer- oder Rufnamens, wobei unter Übernahme verstanden wird, dass das appellativische Grundwort bzw. der in den Beinamen eingeflossene Name unverändert übernommen wird. Daneben unterscheide ich weiter die Derivation, bei der appellativische Elemente im Zuge der Namenbildung mit unterschiedlichen Suffixen (wie -ing, -er, etc.) und Halbsuffixen26 wie -mann abgeleitet werden und damit onymische Funktion annehmen, sowie die Komposition. Von Komposition im Zuge der Namenbildung spreche ich nur dann, wenn zwei im appellativischen Wortschatz gebrauchte Ele-...

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