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Wiener Personennamen

Ruf-, Bei- und Familiennamen des 15. Jahrhunderts aus Wiener Quellen

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Axel Linsberger

Diese Arbeit zielt auf die Erfassung, typologische Gliederung, etymologische Deutung sowie linguistische und kulturhistorische Analyse der in Wiener Quellen belegten Anthroponyme des 15. Jahrhunderts. Neben einem umfassenden Namenbuch mit historischem Belegmaterial werden Fragen der Erblichkeit von Beinamen, schreibsprachliche Besonderheiten im Namenmaterial und Tendenzen der Rufnamengebung behandelt. Dabei zeichnet sich im 15. Jahrhundert die Fixierung und Erblichwerdung der Beinamen und damit die Etablierung von vererbten Familiennamen ab. Die in Namen enthaltenen Informationen zur soziokulturellen Struktur und dem spätmittelalterlichen Zuzugsgebiet der Stadt werden in einer kulturhistorischen Analyse herausgearbeitet.

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4. Kulturhistorische Analyse der Beinamen

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Abb.3: Verteilung der Beinamen nach Namentypen Abb.4: Verteilung innerhalb der Berufsnamen 657 Abb. 5: Verteilung innerhalb der Übernamen Das Diagramm in Abb. 3 zeigt die Verteilung der einzelnen Namengruppen nach der Namenmotivation bzw. in Ihrer Zuordnung zu den einzelnen Namengruppen, wie sie in Teil B Kapitel 1 definiert sind. Es zeigt sich, dass die Herkunftsnamen mit rund 35 Prozent klar an erster Stelle liegen. Wien war im Mittelalter nicht nur Zentrum des Fernhandels, sondern war für damalige Verhältnisse mit ca. 20.000 bis 25.000 Einwohner auch als respektable Großstadt einzustufen, gefolgt nur von Schwaz in Tirol, wo etwa im 16. Jahrhundert 15.000 bis 20.000 Menschen siedelten, was durch die Blüte des Silberbergbaus im 15. und 16. Jahrhundert zu erklären ist. Eine weitere große Stadt auf dem Territorium des heutigen Österreichs war Steyr, das 1534 über 6000 Einwohner zählte. In Wiener Neustadt, wo Friedrich III. mit Vorliebe Hof hielt, lebten im 15. Jhd. etwa 8.000 Menschen, Innsbruck wird im 16. Jahrhundert auf etwa 5000 und Graz 1528 auf ca. 8000 Einwohner geschätzt (vgl. BRUCKMÜLLER 2001: 93). Durch die Lage an wichtigen Handelswegen war Wien wirtschaftliches Zentrum und durch die seit 1365 bestehende Universität Wien auch Mittelpunkt in Sachen Bildung. Es verwundert also nicht, dass der Zuzug nach Wien aus den umliegenden Gebieten und entlang der Handelsstraßen im Mittelalter stark zunahm. Dies spiegelt sich auch in der großen Anzahl an Her- kunftsnamen. Wie auch später noch genauer erläutert werden...

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