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Wiener Personennamen

Ruf-, Bei- und Familiennamen des 15. Jahrhunderts aus Wiener Quellen

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Axel Linsberger

Diese Arbeit zielt auf die Erfassung, typologische Gliederung, etymologische Deutung sowie linguistische und kulturhistorische Analyse der in Wiener Quellen belegten Anthroponyme des 15. Jahrhunderts. Neben einem umfassenden Namenbuch mit historischem Belegmaterial werden Fragen der Erblichkeit von Beinamen, schreibsprachliche Besonderheiten im Namenmaterial und Tendenzen der Rufnamengebung behandelt. Dabei zeichnet sich im 15. Jahrhundert die Fixierung und Erblichwerdung der Beinamen und damit die Etablierung von vererbten Familiennamen ab. Die in Namen enthaltenen Informationen zur soziokulturellen Struktur und dem spätmittelalterlichen Zuzugsgebiet der Stadt werden in einer kulturhistorischen Analyse herausgearbeitet.

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2. Einteilung der Rufnamen nach der Häufigkeit

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Da die Einteilung des in den Regesten zutage tretenden Rufnamenschatzes nach der Namenmotivation in einem gesonderten Punkt geschehen soll, werden hier lediglich die jeweils 25 häufigsten Namen gebracht. Im Gegensatz zur im Na- menteil angegebenen Beleghäufigkeit, die u. a. dazu dient, das Häufigkeitsver- hältnis der einzelnen Variantenschreibungen eines Namens darzulegen, werden in der folgenden Darstellung Variantenschreibungen und Kurzformen nicht extra gelistet, sondern den jeweiligen Vollformen untergeordnet. Zudem werden diese Vollformen unter Angabe der so benannten Namenträger also der anhand des Belegmaterials identifizierbaren Einzelpersonen angegeben. Hier wird also unter Häufigkeit nicht (wie im Namenteil) die Beleghäufigkeit verstanden, sondern es soll gezeigt werden, wie viele Namenträger im untersuchten Zeitraum diesen Rufnamen (in einer Voll- oder Kurzform) getragen haben. Unter diesen Vorausset- zungen ergibt sich für das spätmittelalterliche Wien das in Abb. 11 und 12 ersicht- liche Bild. 2.1. Häufigste männliche Rufnamen Wenn BACH (1952: I/2, 15f) seit dem 12. Jahrhundert eine neue Namenmode er- kennt, bei der vor allem Rufnamen aus dem neuen Testament sowie Namen von Heiligen der Kirche beliebt wurden und dabei anmerkt, dass sich darunter auch manche Heiligennamen germanischen Ursprungs befanden, so finden sich in der vorliegenden Häufigkeitsaufstellung genau diese Gegebenheiten wieder. BACH schreibt dazu: „Die neue übervölkische Mode in der Namengebung, der die Zukunft auf Jahrhunderte gehören sollte, hatte ihren stärksten Grund in der Steigerung der Heiligenverehrung und damit in dem neuen religiösen Geist, der seit dem 12. Jh. Gewalt über...

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