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Gesetzgebung und Verwaltung im Dalbergstaat 1802-1810

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Jasmin Sonntag

Die Arbeit befasst sich mit der Gesetzgebung und Verwaltung im Dalbergstaat in den Jahren 1802 bis 1810. In Zusammenfassung der verstreuten Ausführungen zu den Leistungen des Namensgebers, des letzten Reichserzkanzlers Karl Theodor von Dalberg, gewährt die Autorin einen Überblick über die entsprechenden Strukturen in den einzelnen Bestandteilen des Staates. Der Schwerpunkt der Ausführungen liegt dabei auf dem Fürstentum Regensburg. Ausgehend von Dalbergs Persönlichkeit sowie den Rahmenbedingungen und Ursachen, die zur Gründung des Dalbergstaates führten, leitet die Autorin zu dem eigentlichen Staatsgebilde, seinen Bestandteilen und Institutionen über und beleuchtet ausführlich deren Aufgaben und Entwicklungen. Abgerundet wird die Arbeit mit dem Untergang des Dalbergstaates und einem kurzen Ausblick auf die Zukunft seiner Teilstaaten im Königreich Bayern bzw. im Großherzogtum Frankfurt.

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II. Zur Vita von Dalberg – Dalberg, der Mann hinter dem Staat

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1. Familiärer und geschichtlicher Hintergrund „Ist kein Dalberg da?“ – Diese Frage, abgeleitet aus dem im 15. Jahrhundert kai- serlich verliehenen Recht, beim symbolischen Ritterschlag auf der Tiberbrücke in Rom als erste aufgerufen zu werden, und seither traditioneller Ruf nach jeder Kaiserkrönung4, verdeutlicht die Bedeutung der Familie Karl Theodor von Dalbergs. Einem bischöflichen Ministerialengeschlecht aus Worms, den Käm- merern von Worms genannt von Dalberg, entstammend, stellte diese insbeson- dere im geistlichen Bereich zahlreiche Vertreter. So stammten die bedeutendsten Vorfahren Dalbergs aus der Reichskirche, der Germania Sacra5. Carolus Theodorus Antonius Maria Kämmerer von Worms Freiherr von und zu Dalberg, am 8. Februar 1744 als ältester Sohn von Franz Heinrich v. Dalberg, Statthalter von Worms, und Maria Sophia geb. Gräfin Eltz-Kempenich geboren, war ebenfalls für die kirchliche Laufbahn vorgesehen, da – in politischer Hin- sicht – eine Karriere in der Reichskirche meistens erfolgversprechender war6. Wenngleich er nie eine eigentliche theologische Ausbildung erhalten hatte, wur- de Dalberg im Jahre 1768 mit nur 24 Jahren Domkapitular von Mainz, 1770 von Worms und 1779 von Würzburg7. Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Studiums der Rechtswissenschaften an der Universität Heidelberg, welches auch das kanonische Recht einschloss, promovierte Dalberg am 28. November 1761 zum Doktor jur.8. Bereits als Referendar in der Mainzer Regierung seit dem Jah- re 1763 zogen Dalbergs umfangreiche juristische Kenntnisse die Aufmerksam- keit des leitenden Ministers Karl Friedrich Groschlag, eines berühmten Staats- rechtlers der deutschen Aufklärung, auf sich, der sich fortan persönlich Dalbergs Ausbildung und...

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