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Gesetzgebung und Verwaltung im Dalbergstaat 1802-1810

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Jasmin Sonntag

Die Arbeit befasst sich mit der Gesetzgebung und Verwaltung im Dalbergstaat in den Jahren 1802 bis 1810. In Zusammenfassung der verstreuten Ausführungen zu den Leistungen des Namensgebers, des letzten Reichserzkanzlers Karl Theodor von Dalberg, gewährt die Autorin einen Überblick über die entsprechenden Strukturen in den einzelnen Bestandteilen des Staates. Der Schwerpunkt der Ausführungen liegt dabei auf dem Fürstentum Regensburg. Ausgehend von Dalbergs Persönlichkeit sowie den Rahmenbedingungen und Ursachen, die zur Gründung des Dalbergstaates führten, leitet die Autorin zu dem eigentlichen Staatsgebilde, seinen Bestandteilen und Institutionen über und beleuchtet ausführlich deren Aufgaben und Entwicklungen. Abgerundet wird die Arbeit mit dem Untergang des Dalbergstaates und einem kurzen Ausblick auf die Zukunft seiner Teilstaaten im Königreich Bayern bzw. im Großherzogtum Frankfurt.

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III. Hintergrund und Entwicklung der Säkularisation

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Der Dalbergstaat verdankt sein Entstehen im Wesentlichen zwei Gründen, die das Leben und die Gesellschaftsordnung Europas grundlegend und tiefgreifend verändern sollten: der Säkularisation und Mediatisierung. 1. Säkularisation Schon lange geisterte die Idee der Säkularisation, d.h. der Einziehung oder Nut- zung kirchlicher Besitztümer in Form von Land oder Vermögen in bzw. durch weltliche, in der Regel staatliche, Hände19 durch die europäische Geschichte20. Grundlage hierfür bildeten dabei – speziell im Heiligen Römischen Reich – nicht nur die Auseinandersetzungen zwischen Staat und Kirche, sondern insbe- sondere auch diejenigen zwischen dem Reichsadel und den aus dem Reich hin zum modernen Staat drängenden Ständen21. Einer Realisierung wurde diese Idee jedoch erst durch den sog. „Reichsdeputationshauptschluss“22 vom 25. Februar 1803 und den ihm vorangegangenen militärischen Aufstieg von Napoleon Bo- naparte und Frankreichs Aufstieg zur europäischen Hegemonialmacht zuge- führt23. Beraten auf der Grundlage des französisch-russischen Entschädigungs- plans vom 3. Juni 1802 diente der formal als Reichsgesetz erlassene Reichs- deputationshauptschluss zur Regelung von Entschädigungen in Form von Säku- larisation und Mediatisierung24. In diesem Zusammenhang definiert sich die hier angesprochene Säkularisation als eine Einverleibung der geistlichen Fürstentü- mer und Herrschaften des Heiligen Römischen Reiches durch größere Territori- alstaaten – die bis dato umfassendste ihrer Art25. 19 Vgl. Spies, S. 120-139 (131); Aretin, Säkularisation, in: Erler/Kaufmann, HdR, Bd. IV, Sp. 1263-1267. 20 Becker, Reichsdeputationshauptschluss, S. 17-34 (24/25); vgl. Färber, Kaiser und Erz- kanzler, S. 37;...

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