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Der Begriff des Originals im Urheberrecht

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Andrea Schlütter

Das Urheberrechtsgesetz macht das Bestehen verschiedener Ansprüche vom Vorliegen eines Originals abhängig, definiert den Begriff aber nicht. Gerade das Folgerecht, das für Künstler eine wichtige Einnahmequelle ist, setzt ein Original voraus. Die Arbeit untersucht die Konzeption des Originalbegriffs, bisherige Definitionsvorschläge sowie die einschlägige Rechtsprechung. Auch weitere Rechtsbereiche sowie die Gegebenheiten auf dem Kunstmarkt werden herangezogen, um den Begriff näher zu definieren. Im Hauptkapitel werden verschiedene Bereiche der bildenden Kunst näher betrachtet, so dass die Definition des Originals immer klarere Konturen gewinnt. Hierzu gehören Auflagenwerke wie Drucke, Skulpturen und Fotos, aber auch digitale Kunst, restaurierte Werke und Gemeinschaftswerke. Ein besonderer Fokus liegt auf modernen Kunstformen. Am Ende steht ein Definitionsvorschlag, der diesen Problembereichen gerecht wird.

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1. Kapitel: Der gesetzliche Rahmen

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In diesem ersten Kapitel soll der Begriff des Originals zunächst allein anhand des Urheberrechtsgesetzes betrachtete werden. Nach einem kurzen Blick auf die Bedeutung des Begriffes im Sinne einer Annäherung (A.) wird die Stellung des Begriffes im Gesetz untersucht (B.), bevor der Begriff des Werkes im Sinne von § 2 näher betrachtet wird, der stets Voraussetzung für das Vorliegen eines Ori- ginals ist (C.). Am Ende steht ein Zwischenfazit, das anhand der gefundenen Ergebnisse die Relevanz einer Begriffsdefinition unterstreicht (D.). Mit dieser zunächst nur auf das Gesetz fokussierten Darstellungsweise soll erreicht werden, dass eine Einschätzung der Bedeutung und der gesetzlichen Wertung des Begrif- fes vorgenommen werden kann, ohne diese mit möglichen Definitionen des Begriffes zu vermengen. Um bereits vorgetragene Definitionen soll es erst im zweiten Kapitel gehen, denn ihre Bewertung wird durch die Wertungen des ers- ten Kapitels erleichtert. A. Annäherung an den Begriff des Originals Zunächst lohnt ein kurzer Blick auf den Wortsinn des Ausdrucks Original. Die- ser ist erster Schritt einer Untersuchung eines Terminus nach den traditionellen vier Auslegungskanones in der Rechtswissenschaft, zugleich aber auch wichti- ges Indiz für den Umgang der Praxis mit einem gesetzlichen Begriff. Von be- sonderem Interesse sind hierbei die verschiedenen Bedeutungsebenen. Dem Begriff „Original“ kann man im Alltag an vielen Stellen begegnen. In der Werbung wird er gerne eingesetzt, um ein Produkt besonders hervorzuhe- ben, um seine Herkunft und Güte zu unterstreichen. Touristen wollen den „Ori- ginalschauplatz“ eines Filmes, eines historischen Ereignisses sehen. Museums-...

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