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Entwicklung des Individuums. Gegenstand der Pädagogik

Ein humanontogenetischer Ansatz

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Dieter Kirchhöfer

Dieses Buch sucht bisher angebotene Aussagen einer neu entstehenden Wissenschaft – der Humanontogenetik – auf ihre theoretische Ergiebigkeit für pädagogisches Denken zu befragen. Pädagogische Themen drängen nach einer humanontogenetischen Betrachtung der individuellen Entwicklung, wie Ganzheit, Körper, Bewegung, Rhythmus, Vererbung und Aneignung, Persönlichkeit und Individualität, aber auch Probleme im unmittelbaren Bereich der Bildung wie das Maß und die Wege frühkindlicher Bildung, die einer kindgemäßen Rhythmisierung, der möglichen Ganztätigkeit des Lernens oder die der pädagogischen Professionalität.

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Hinleitung: Zum Menschen hin – die individuelle menschliche Entwicklung als Gegenstand der Pädagogik

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9 Hinleitung: Zum Menschen hin – die individuelle menschliche Entwiclung als Gegenstand der Pädagogik Wer die Wissenschaftslandschaft beobachtet, kann nur erstaunt und verwun- dert, vielleicht auch erfreut, die sich verändernde und erweiternde Vielfalt und Differenziertheit der Wissenschaften vom Menschen zur Kenntnis nehmen. Neue Disziplinen entstehen, andere verbünden und verbinden sich, viele wie- derum verlieren ihre gesellschaftliche Bedeutsamkeit und lösen sich auf. Ich muss offen lassen, ob sich zwischen Natur-, Sozial- oder Humanwissenschaf- ten die Differenzierungsprozesse unterschiedlich vollziehen, aber für mich sind sie vor allem in den Humanwissenschaften wahrnehmbar. Die Entwicklung des Menschen – und das kann uns glücklich stimmen – ist zum Gegenstand der verschiedensten, sich immer weiter spezialisierenden und differenzierenden Wissenschaftsdisziplinen geworden. Genetik, Neurobiologie mit der prosperie- renden Hirnforschung oder Endokrinologie bringen ständig neue Einzelwis- senschaften oder zumindest neue Forschungsgebiete wie z.B. die Neuroprothe- tik – ein Forschungsbereich, in dem sich Hirnforschung und Ingenieurwissen- schaft verbinden – oder die Stimulation- und Transplantationsforschung des menschlichen Hirns hervor. Das BMBF hat ein Projekt „Neurowissenschaften (NW) und Lehr und Lernforschung“ gestartet, von den USA drängen das Hu- man-Genom-Projekt und die Human-Animal-Studies in den europäischen Wis- senschaftsdiskurs, Differenzierung und zugleich Zusammenarbeit erfordernd und ermöglichend. Differenzierungen in den Humanwissenschaften beherr- schen auch die Universitäten und die Ausbildungsgänge. „Eine derartige, in eine Vielheit von Einzelstudien zersplitterte zusammenhangslose Wissenschaft bildet kein solidarisches Ganzes mehr“, klagt schon Ende des 19. Jh. der Sozi- ologe Emil Durkheim (Ropohl 2002, S. 19). Eine solche in den Wissenschaften wahrgenommene Zusammenhangslosigkeit wird aber nicht...

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