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Entwicklung des Individuums. Gegenstand der Pädagogik

Ein humanontogenetischer Ansatz

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Dieter Kirchhöfer

Dieses Buch sucht bisher angebotene Aussagen einer neu entstehenden Wissenschaft – der Humanontogenetik – auf ihre theoretische Ergiebigkeit für pädagogisches Denken zu befragen. Pädagogische Themen drängen nach einer humanontogenetischen Betrachtung der individuellen Entwicklung, wie Ganzheit, Körper, Bewegung, Rhythmus, Vererbung und Aneignung, Persönlichkeit und Individualität, aber auch Probleme im unmittelbaren Bereich der Bildung wie das Maß und die Wege frühkindlicher Bildung, die einer kindgemäßen Rhythmisierung, der möglichen Ganztätigkeit des Lernens oder die der pädagogischen Professionalität.

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1. Humanontogenetik – eine neue Superwissenschaft von der Ganzheit des Menschen?

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21 1. Humanontogentik – eine neue Superwissenschaft von der Ganzheit des Menschen? 1.1 Anthropologische Bemerkungen zu dem Versuch, die Ganzheit pädagogischen Geschehens zu erfassen Das Streben, die Entwicklung des Menschen in seinem ganzheitlichen Werden in der Einheit von Natur und Kultur zu erfassen, bewegt pädagogisches Den- ken und seine Akteure seit frühester Zeit. Die Geschichte der Pädagogik durchzieht spätestens seit Thomas von Aquin (1225 - 1274) das Problem der Einheit von Leib und Seele. Johann Amos Comenius (1592 - 1670) spricht da- von, dass Wissen auf der Sinneswahrnehmung basiere. John Locke (1632 - 1704) formuliert in seinen Gedanken über Erziehung in § 1 „Ein gesunder Geist in einem gesunden Leib – damit ist kurz und vollständig ein glücklicher Zustand in dieser Welt beschrieben“ (1876, S. 382). Jean-Jaques Rousseau (1712 - 1778) entwickelt im „Emile“ die Vorstellung, dass Organe und die Sinne durch Übung zu entwickeln seien (1958, S. 94). Von Johann Heinrich Pestalozzi (1746 - 1827) stammt die oft wiederholte These von einem Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Friedrich W. August Fröbel (1782 - 1852) formu- liert „Für alle Menschenerziehung kann es zuletzt … nur einen einzigen Grundsatz, nur ein einziges Ziel, nur einen einzigen Zweck geben: es ist die allseitige Entwicklung und klare sichere Ausbildung des Menschen nach den drei Hauptrichtungen seiner Kraft, als ein handelndes (schaffendes), ein emp- findendes (fühlendes) und erkennendes (denkendes) Wesen“ (1862, S. 456), und an anderer Stelle postuliert er „So soll Arbeit, Unterricht und Spiel ein ungest...

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