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Entwicklung des Individuums. Gegenstand der Pädagogik

Ein humanontogenetischer Ansatz

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Dieter Kirchhöfer

Dieses Buch sucht bisher angebotene Aussagen einer neu entstehenden Wissenschaft – der Humanontogenetik – auf ihre theoretische Ergiebigkeit für pädagogisches Denken zu befragen. Pädagogische Themen drängen nach einer humanontogenetischen Betrachtung der individuellen Entwicklung, wie Ganzheit, Körper, Bewegung, Rhythmus, Vererbung und Aneignung, Persönlichkeit und Individualität, aber auch Probleme im unmittelbaren Bereich der Bildung wie das Maß und die Wege frühkindlicher Bildung, die einer kindgemäßen Rhythmisierung, der möglichen Ganztätigkeit des Lernens oder die der pädagogischen Professionalität.

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4. Die Herausbildung der Kompetenzen in der Ontogenese

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Die Ontogenese unterliegt nach Wessel einer qualitativen Gliederung der Le- bensspanne. Er unterscheidet (Wessel 2002, S. 10): - die Reifungsphase, die mit der fötalen Entwicklung beginnt, über eine peri- natale Phase vor und während der Geburt, die postnatale Phase, über die in- fantile Phase bis hin zur juvenilen Phase des späten Jugendalters führt; - die Leistungsphase, die sich über die reproduktive Phase, die Entwicklung der biologischen Fortpflanzungsfähigkeit bis zum Klimakterium erstreckt; - eine langfristige Erfahrungsphase (postreproduktive Phase, Seneszenz) be- nennt. Diese Gliederung steht im Gegensatz zu bisher üblichen oder anderen Eintei- lungen, die z.B. Phasen des Aufstiegs und Abstiegs (Charlotte Bühler) unter- scheiden oder nur der Aufbau- oder Aufstiegsphase einen Leistungs- und Er- fahrungsanspruch zusprechen. Die angegebenen Phasen folgen nicht unvermit- telt aufeinander und sind auch nicht altersmäßig festgelegt. Für Wessel treten in jeder der Phasen sowohl Reifungs- wie auch Leistungs- und Erfahrungs-, Aufbau- und Abbauprozesse auf. Defizitäre Wertungen oder reduktionistische Vorgehensweisen bei der Einschätzung individueller Kompetenzen in einzel- nen Entwicklungsphasen werden in dieser Betrachtung von Beginn an ausge- schlossen. Für die Humanontogenetik enthält jede dieser Phasen für das Indi- viduum genetisch-biotische, psychische und soziale Entwicklungsmöglichkei- ten, die ihrerseits vernetzt sind und nur in ihrer Ganzheitlichkeit wirken. Jede dieser Phasen setzt in ihrer Komplexität sozial vorgeformte und geprägte Ver- haltensweisen bzw. Gegebenheiten voraus und erzeugt zugleich neue Voraus- setzungen für folgende Entwicklungen. Sowohl die genetisch bedingten Anla- gen wie auch die sozialen Umgebungen...

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