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Entwicklung des Individuums. Gegenstand der Pädagogik

Ein humanontogenetischer Ansatz

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Dieter Kirchhöfer

Dieses Buch sucht bisher angebotene Aussagen einer neu entstehenden Wissenschaft – der Humanontogenetik – auf ihre theoretische Ergiebigkeit für pädagogisches Denken zu befragen. Pädagogische Themen drängen nach einer humanontogenetischen Betrachtung der individuellen Entwicklung, wie Ganzheit, Körper, Bewegung, Rhythmus, Vererbung und Aneignung, Persönlichkeit und Individualität, aber auch Probleme im unmittelbaren Bereich der Bildung wie das Maß und die Wege frühkindlicher Bildung, die einer kindgemäßen Rhythmisierung, der möglichen Ganztätigkeit des Lernens oder die der pädagogischen Professionalität.

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5. Die Komplexität der institutionell organisierten Aneigungsweisen

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121 5. Die Komplexität der institutionell organisierten Aneignungsweisen Die Zuwendung zum institutionell organisierten Lernen verzichtete auf eine Erörterung struktureller Fragen der strukturellen Gliederung der Schule. Auch wenn die Bezeichnungen der neu organisierten schulischen Bildung variabel sind – in Sachsen die Mittelschule, in Berlin oder Sachsen-Anhalt die Sekun- darschule, in Bremen die Oberschule, in Schleswig-Holstein die Regionalschu- le oder im Saarland die Gemeinschaftsschule – das Zwei-Säulenmodell einer „Einheitsschule“ für die ersten 4., 6. oder 8. Klassen und einer Gymnasialstufe scheint sich durchzusetzen, ohne dass deshalb die soziale Segregation aufge- hoben würde. Eine weitere Erörterung würde die Aufarbeitung der rasch an- gewachsenen pädagogisch-soziologischen Literatur fordern, die unter dem Ti- tel „Bildungsungleichheit revisited“ (Krüger et al 2010) oder der gleichnami- gen Tagung „Bildung und soziale Differenzierung“ (Kirchhöfer/Uhlig 2011) die Kritik bilanzierten. Nur so viel ist erkennbar, dass das Gymnasium unver- rückbar zu sein scheint und sich zunehmender Beliebtheit erfreut, so dass Kri- tiker aus dem konservativen Lager befürchten, dass es zu einer Inflationierung des Gymnasiumbesuchs kommt, weshalb sie die Rückkehr zum „elitären“ Gymnasium mit einem eng beschränkten Personenkreis und einem humanis- tisch-klassischen Bildungskanon fordern. Unsere Aufmerksamkeit gilt im Wei- teren aus der Sicht der Humanontogenetik Versuchen, die Komplexität des Aneignungsgegenstandes also nicht durch Gliederung oder Strukturierung, sondern pädagogisch zu bewältigen. 5.1 Schulmodelle zur Sicherung der Komplexität der Aneignung Es wäre eine eigene Arbeit wert, das Repertoire der Reformpädagogik unter der Sicht der Ganzheitlichkeit und...

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