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Quo vadis, Buchhandel? - Vom klassischen Händler zum Anbieter partizipativer Lösungen

Die Entwicklung neuer Standortprofile im Einzelhandel aus der Perspektive deutscher Buchhändler

Dorothea Redeker

Der Buchhandel erlebt aufgrund von Internet und Digitalisierung derzeit einen signifikanten Veränderungsprozess, der mit Rollenverschiebungen und dem Entstehen neuer Kompetenzen verbunden ist. Diese Arbeit untersucht die Strategien kleinerer und mittelständischer Buchhandlungen im Unterschied zu den Konzepten der Buchhandelsfilialisten. Sie geht dabei insbesondere der Frage nach, inwieweit sich das Selbstverständnis der Buchhändler in einem interaktiven und vernetzten Umfeld verändert hat und mit welchen Unternehmensprofilen die Händler weiterhin ökonomisch erfolgreich agieren. Mit diesem Ansatz wird innerhalb der deutschen geographischen Handelsforschung erstmalig der Versuch unternommen, deutungsorientierte und an die Kulturwissenschaften angelehnte Ansätze mit verwertungsorientierten Betrachtungen zu verknüpfen.

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6 Zusammenfassendes Fazit 207

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207 6 Zusammenfassendes Fazit Die Untersuchungen zum Konsumverhalten von Buchkäufern und Lesern (Kapitel 2.1) zeigen die Relevanz von Büchern für den Alltag und ihre Verwendung für ein breites Spektrum an Zielsetzungen und persönlichen Orientierungen. Bücher sind gleichzeitig Symbole tradierter Werte und konsumorientierter Einstellungen. Als tradierter Wert verkörpern sie in ihrer Haptik und ihrem Entstehungsprozess Qualität, Kontinuität und Glaubwürdigkeit. Parallel sind Bücher Konsumprodukte, Verbrauchsge- genstände, die eine kurzfristige Verwendung im Alltag finden und ihre Symbolik aus dem Zeitgeist ziehen. Die Vermittlung der Symbolik und der jeweiligen Bedeutung eines Buches für den Konsumenten konzentrierte sich bis zu Beginn dieses Jahrtausends auf den stationären Buchhandel. Er war der zentrale Knoten zwischen Verlag und Käufer, der für einen reibungslosen Buchkauf sorgte und mit seiner Sortiments- und Beratungshoheit Entscheidungen des Konsumenten beeinflusste. Die Rolle des Buchhändlers war klar definiert und vom Konsumenten akzeptiert (Kapitel 2.2.3). Mit dem Internet betraten neue Akteure den Buchmarkt und verlagerten Funktionen des Buchhandels in die Online-Welten. Charakteristisch ist dabei nicht nur eine Umwandlung der stationären Handelsfunktion zu einer E-Commerce-Variante, sondern die Weitergabe buchhändlerischer Beratungskompetenz in die Eigenregie der Konsumenten (Kapitel 5.2.4). Parallel durchläuft der stationäre Buchhandel seit fünf Jahren einen Strukturwandel mit den bereits aus anderen Einzelhandelsbranchen be- kannten Konzentrationsprozessen (Kapitel 2.2.2). Der Buchhandels-markt vollzieht trotz Preisbindung einen Wandel zu einem wettbewerbsorien- tierten Markt, in dem Flächenexpansion und Standortsicherung zur zent- ralen Strategie von Buchhandelsketten gehören....

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