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Quo vadis, Buchhandel? - Vom klassischen Händler zum Anbieter partizipativer Lösungen

Die Entwicklung neuer Standortprofile im Einzelhandel aus der Perspektive deutscher Buchhändler

Dorothea Redeker

Der Buchhandel erlebt aufgrund von Internet und Digitalisierung derzeit einen signifikanten Veränderungsprozess, der mit Rollenverschiebungen und dem Entstehen neuer Kompetenzen verbunden ist. Diese Arbeit untersucht die Strategien kleinerer und mittelständischer Buchhandlungen im Unterschied zu den Konzepten der Buchhandelsfilialisten. Sie geht dabei insbesondere der Frage nach, inwieweit sich das Selbstverständnis der Buchhändler in einem interaktiven und vernetzten Umfeld verändert hat und mit welchen Unternehmensprofilen die Händler weiterhin ökonomisch erfolgreich agieren. Mit diesem Ansatz wird innerhalb der deutschen geographischen Handelsforschung erstmalig der Versuch unternommen, deutungsorientierte und an die Kulturwissenschaften angelehnte Ansätze mit verwertungsorientierten Betrachtungen zu verknüpfen.

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7 Ausblick 215

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215 7 Ausblick Der Buchhandel steht in den nächsten Jahren wegen einer möglichen Er- gänzung oder Substitution des Buchs durch digitale Formate vor neuen Herausforderungen. Sortimente verlieren mit einer Digitalisierung an Haptik, an physischen Präsentations- und Inszenierungsmöglichkeiten und entziehen Standorten stationärer Buchhandlungen wesentliche Ele- mente ihrer wirtschaftlichen Grundlage. Die Entwicklungen in der Musikbranche zeigen, dass die Präsentation, Auswahl und Distribution di- gitaler Formate prädestiniert ist für internet-basierte Angebote, die dar- über hinaus mit Communities auch neue Formen der standortunabhängi- gen Interaktion und Beteiligung bieten. In der Folge verlagert sich der Handel in die Online-Welten und führt zu einer Reduzierung stationärer Betriebsformen (Ducar 2006). In der Buchbranche zeigt sich schon jetzt eine große Auffächerung un- terschiedlicher digitaler Formate, die über die bisher dem Buchhandel be- kannte Differenzierung des Buchsortiments mit einer gemeinsamen und abgegrenzten Medieneinheit hinausgehen. Dazu gehören Online-Ange- bote im Internet wie auch kostenpflichtige E-Books117, deren Anteil am Gesamtbuchmarkt wächst. Für Deutschland liegen bisher keine offiziellen Zahlen vor, doch zeigt ein Blick auf die USA den rapiden Anstieg des Umsatzes mit E-Books, wenn auch noch auf niedrigem Niveau (Abbildung 32). Als neue Formate gewinnen Buchfragmente an Bedeutung, bei denen Bü- cher nicht nur als Gesamtes, sondern auch kapitelweise erworben bzw. genutzt werden können oder Strukturen, in denen Informationen mitein- ander verknüpft sind. Die assoziative, verknüpfte Rezeption von Inhalten führt zu einem veränderten Nutzerverhalten, das durch einen sehr...

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