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Neo Rauch und der Surrealismus

Cornelia Lütkemeier

Immer wieder wird Neo Rauchs Kunst mit dem Surrealismus verglichen. «Es ist Neo Rauch gelungen, bei der Tradition eines surrealistischen Verismus anzuknüpfen», urteilte etwa Werner Spies 2007. Allerdings ist diese Gegenüberstellung bislang noch nie kunsthistorisch untermauert worden. Dieses Buch widmet sich der Beantwortung folgender Fragen: Gibt es eine direkte Beziehung zwischen Neo Rauch, seinen Lehrern und dem Surrealismus? Deckt sich seine Arbeitsweise mit jener der Surrealisten? Welche stilistischen Gemeinsamkeiten gibt es tatsächlich? Die Arbeit beleuchtet die Biografie des Künstlers und untersucht, wie der Surrealismus von Neo Rauchs Lehrern rezipiert wurde. Ferner werden Bilder und Zitate Neo Rauchs mit Werken und Forderungen der Surrealisten verglichen.

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Einleitung

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„Endlich malt wieder einer bunte Geschichten, erfindet Figuren […]. Neo Rauch heißt der junge Malerstar. […] Seine verwirrenden Bilderrätsel […] geben nach wie vor zu denken und erfreuen das Auge“1, beschrieb der Kurator Gary Tin- terow im Jahr 2007 das Werk des Künstlers Neo Rauch. Der 1960 in Leipzig geborene und in der DDR aufgewachsene Maler, welcher 1997 mit dem Kunst- preis der Leipziger Volkszeitung geehrt wurde und 1998 in der Galerie der ba- den-württembergischen Stadt Backnang ausstellte, ist inzwischen weltweit ge- fragt. Mit seinen figurenreichen und großformatigen Ölkompositionen erzielt er bereits Preise von 680.000 Euro, wie etwa der Verkauf des Bildes „Etappe“ auf der Kunstmesse Art Basel 2009 beweist.2 Der Andrang auf seine Bilder ist so groß, dass Rauch zum Beginn des Sommersemesters 2009 sogar seine Professur an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, die er 2005 in Nachfol- ge seines Lehrers Arno Rink antrat, niederlegte, um sich wieder ganz der eige- nen Kunst zu widmen.3 Nicht nur private Sammler, auch Museen umwerben den Maler längst: 2004 zeigte die Albertina in Wien „Arbeiten auf Papier“, 2006 widmeten sich mit „Neue Rollen“ im Kunstmuseum Wolfsburg und „Der Zeitraum“ in Leipzig und Montreal gleich zwei umfassende Einzelausstellungen dem Werk Rauchs. 2007 ehrten ihn das Metropolitan Museum of Modern Art in New York und das Max Ernst Museum in Brühl mit einer umfassenden Einzelausstellung. Mit der Ge- staltung der Glasfenster der Elisabethkapelle im Naumburger Dom erfüllte der 1 Gary Tinterow: Durch Rauch gesehen,...

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