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Narrative Kompetenz im bilingualen Geschichtsunterricht

Didaktische Ansätze zur Förderung der schriftlichen Diskursfähigkeit

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Susanne Staschen-Dielmann

Welche Denkstrukturen müssen Lerner im Fach Geschichte versprachlichen können und wie müssen die Lerngerüste aussehen, die Lerner dabei unterstützen können, ihre narrative Kompetenz richtig einzuschätzen und fortzuentwickeln? Dieser Band untersucht die narrative Kompetenz von Schülerinnen und Schülern im bilingualen Geschichtsunterricht und stellt das Potential der narrativen Kompetenz als Brückenkompetenz zwischen historischem und fremdsprachlichem Lernen heraus. Im Sinne eines integrierten Sach- und Sprachlernens werden anhand von konkreten Lernaufgaben didaktische Ansätze zur Förderung der fachspezifischen Literalität bilingualer Geschichtslerner aufgezeigt, die auch auf einen muttersprachlich geführten Geschichtsunterricht übertragbar sind. Dabei wird angenommen, dass sich durch eine gezielte didaktische Nutzung der Synergieeffekte von fachlichem und sprachlichem Lernen ein Mehrwert für das fachliche Lernen erzielen lässt.

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1. Einführung

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„WRITING IS IT“ ist der Titel eines Plädoyers von Wolfgang Zydatiß für eine sprachen- und fächerübergreifende Literalität als Bildungsaufgabe an unseren Schulen. Mit der Anspielung an „Rythm is it“ als Projekt und Film will er darauf hinweisen, dass ohne eine hohe individuelle wie gruppenbezogene Anforderung und ohne eine verinnerlichte Disziplin, Anstrengung und Identifizierung mit einer Vielzahl komplexer Aufgaben seitens der Lehrkräfte sich die sprachen- und fächerübergreifenden Probleme mit den literalen Kompetenzen, die in Deutschland seit den Veröffentlichungen des PISA-Konsortiums 2001 offenbar geworden sind, nicht beheben lassen (Zydatiß 2008: 213). Die vorliegende Arbeit will dieses Plädoyer aufgreifen und für das Fach Geschichte didaktische Ansätze entwickeln, die die schriftliche Diskursfähigkeit der Schülerinnen und Schüler im bilingualen Geschichtsunterricht in englischer Sprache im Sinne eines Ausbaus der narrativen Kompetenz fördern. Denn für den bilingualen Sachfachunterricht beklagt Hallet die Trennung zwischen fremd- sprachlicher und sachfachlicher Bildung bei der Formulierung von Bildungs- standards: „Die Kompetenzen, die im bilingualen Unterricht entwickelt werden, werden in den Bildungsstandards der Fremdsprachen und in denen der Sach- fächer weder abgebildet noch verlangt“ (Hallet 2007: 17). Die narrative Kompe- tenz mit ihrem Potential als Brückenkompetenz könnte diese Trennung für den bilingualen Geschichtsunterricht aufheben helfen. Deshalb soll in dieser Arbeit versucht werden, sowohl die geschichtsdidaktische als auch die sprachlich- diskursive Dimension der narrativen Kompetenz auszuleuchten. Narrative Kompetenz kann in Anlehnung an den Kompetenzbegriff Kliemes (Klieme 2003: 65) als die erworbene und der...

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