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Narrative Kompetenz im bilingualen Geschichtsunterricht

Didaktische Ansätze zur Förderung der schriftlichen Diskursfähigkeit

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Susanne Staschen-Dielmann

Welche Denkstrukturen müssen Lerner im Fach Geschichte versprachlichen können und wie müssen die Lerngerüste aussehen, die Lerner dabei unterstützen können, ihre narrative Kompetenz richtig einzuschätzen und fortzuentwickeln? Dieser Band untersucht die narrative Kompetenz von Schülerinnen und Schülern im bilingualen Geschichtsunterricht und stellt das Potential der narrativen Kompetenz als Brückenkompetenz zwischen historischem und fremdsprachlichem Lernen heraus. Im Sinne eines integrierten Sach- und Sprachlernens werden anhand von konkreten Lernaufgaben didaktische Ansätze zur Förderung der fachspezifischen Literalität bilingualer Geschichtslerner aufgezeigt, die auch auf einen muttersprachlich geführten Geschichtsunterricht übertragbar sind. Dabei wird angenommen, dass sich durch eine gezielte didaktische Nutzung der Synergieeffekte von fachlichem und sprachlichem Lernen ein Mehrwert für das fachliche Lernen erzielen lässt.

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2. Narrative Kompetenz als fachliche Zielsetzung imbilingualen Geschichtsunterricht

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2. Narrative Kompetenz als fachliche Zielsetzung im bilingualen Geschichtsunterricht 2.1 Zum Begriff der narrativen Kompetenz Diese Arbeit soll zur Förderung der narrativen Kompetenz bilingualer Schü- lerinnen und Schüler im Geschichtsunterricht beitragen. Narrative Kompetenz bezeichnet zunächst „die Fähigkeit, aus zeitdifferenten Ereignissen durch Sinn- bildung eine Geschichte herzustellen“ (Pandel 2005: 36). Diese Definition könnte jedoch auch auf die Fähigkeit zu literarischem Erzählen zutreffen. Narrative Kompetenz im Geschichtsunterricht soll hier verstanden werden als die Fähig- keit, historisch zu erzählen, d. h. Geschichte zu verstehen und sinnbildend dar- zustellen, wobei die historische Darstellung definiert wird als „eine durch dis- kursive Elemente angereicherte Narration, die ihre Triftigkeiten ausweist“ (Pandel 2005: 39). In Anlehnung an die Geschichtswissenschaften sollen nämlich auch im Geschichtsunterricht „in allem historischen Erzählen mindestens tendenziell die Wahrheitsansprüche der erzählten Geschichten durch Begründungen gegen möglichen Zweifel gesichert werden“ (Rüsen 1994: 33). Jörn Rüsen nennt in diesem Zusammenhang die empirische Triftigkeit, die erfordert, dass die Erzäh- lung den methodischen Regeln der historischen Forschung folgt, die normative Triftigkeit, die erfordert, dass die Erzählung den Regeln der historischen Stand- punktreflexion folgt, und die narrative Triftigkeit, die erfordert, dass die Erzäh- lung den Regeln der konstruktiven Theoriebildung folgt (Rüsen 1994: 35). Diese Definition zeigt an, dass „narrativ“ hier nicht im Gegensatz zu „erörternd“ oder „untersuchend“ verstanden wird, wie dies z. B. in Droysens Unterscheidung der historischen Darstellungsformen der Fall ist (Droysen 1977: 217ff., 245ff...

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