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Narrative Kompetenz im bilingualen Geschichtsunterricht

Didaktische Ansätze zur Förderung der schriftlichen Diskursfähigkeit

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Susanne Staschen-Dielmann

Welche Denkstrukturen müssen Lerner im Fach Geschichte versprachlichen können und wie müssen die Lerngerüste aussehen, die Lerner dabei unterstützen können, ihre narrative Kompetenz richtig einzuschätzen und fortzuentwickeln? Dieser Band untersucht die narrative Kompetenz von Schülerinnen und Schülern im bilingualen Geschichtsunterricht und stellt das Potential der narrativen Kompetenz als Brückenkompetenz zwischen historischem und fremdsprachlichem Lernen heraus. Im Sinne eines integrierten Sach- und Sprachlernens werden anhand von konkreten Lernaufgaben didaktische Ansätze zur Förderung der fachspezifischen Literalität bilingualer Geschichtslerner aufgezeigt, die auch auf einen muttersprachlich geführten Geschichtsunterricht übertragbar sind. Dabei wird angenommen, dass sich durch eine gezielte didaktische Nutzung der Synergieeffekte von fachlichem und sprachlichem Lernen ein Mehrwert für das fachliche Lernen erzielen lässt.

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5. Didaktische Schlussfolgerungen

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In den vorangegangenen Kapiteln wurde versucht aufzuzeigen, aus welchen Elementen sich narrative Kompetenz zusammensetzt und wie sich diese in Schülertexten manifestiert. Ausgehend von der Definition des neuen Berliner Rahmenlehrplans wird die „Fähigkeit zur Narrativität“ als „zentrale Kompetenz des Geschichtsunterrichts“ (SenBJS 2006a: 12) verstanden. Anders aber als der Berliner Lehrplan, der narrative Kompetenz als aus Teilkompetenzen bestehend beschreibt, wurde hier versucht, die fachlichen, kognitiven und sprachlichen Merk- male der narrativen Kompetenz als historische Meta-Kompetenz zu beschreiben, deren Realisierung in Schülertexten zu untersuchen und für die didaktische Praxis Schlussfolgerungen zu ziehen. Im Folgenden soll daher dargestellt wer- den, wie auf dieser Grundlage besonders der bilinguale Geschichtsunterricht die narrative Kompetenz als „linguistische und kognitive Kompetenz, welche die für die historische Sinnbildung benötigten qualifizierten Befähigungen bündelt“ (Barricelli 2008b: 143), fördern kann. Dabei konzentrieren sich die Schlussfol- gerungen ebenso wie die Analyse zuvor auf das traditionelle Aufgabenformat einer Klausur mit Textquellenanalyse, weil dieses im gegenwärtigen Unterricht noch eine dominante Rolle spielt und ausgehend von einem vertrauten Auf- gabenformat das Bewusstsein für das Potential der Sprache für den Geschichts- unterricht vielleicht am ehesten geweckt werden kann. Dass darüber hinaus vor allem in kreativer orientierten Aufgabenformaten narrative Kompetenz in beson- derer Weise erworben und eingeübt werden kann, zeigt die bereits erwähnte Handreichung des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg mit dem Titel: „Historisches Wissen ist narratives Wissen“ (Lisum 2008), die vor- schlägt, auf der Grundlage von Biographien, Autorentexten, Bildern,...

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