Show Less

Fremdeinflüsse auf die tarifliche Willensbildung

Series:

Michael Kobler

Gegenstand dieser Untersuchung ist die rechtliche Zulässigkeit von Fremdeinflüssen auf die tarifliche Willensbildung von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden und Arbeitgebern. Die Arbeit beginnt mit einem Überblick über existierende Fremdeinflüsse auf die tarifliche Willensbildung und einer Abgrenzung zu Fremdeinflüssen auf bestehende Tarifverträge. Nach einer Betrachtung der Koalitionsfreiheit gemäß Art. 9 Abs. 3 GG wird auf den Prozess der tarifpolitischen Willensbildung in den Koalitionen eingegangen. Im Anschluss daran erfolgt die Bestimmung der abstrakten Rechtsfolgen eines unzulässigen Fremdeinflusses. Ferner werden einzelne Fremdeinflüsse auf die tarifliche Willensbildung, ihre Auswirkungen und rechtlichen Folgen ausführlich behandelt. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 1 Fremdeinflüsse auf die tarifliche Willensbildung inder Praxis

Extract

25 Kapitel 1 Fremdeinflüsse auf die tarifliche Willensbildung in der Praxis § 1 Ein empirischer Überblick Zu Beginn der Arbeit soll anhand einiger Beispiele, die keineswegs abschließend sind, ver- deutlicht werden, dass Fremdeinflüsse auf die tarifliche Willensbildung schon immer Teil der Arbeitsrechtsordnung waren und es immer noch sind. Diese Beispiele dienen dazu, den Gegenstand der Untersuchung zu umreißen und erste entscheidende Abgrenzungen hinsichtlich des Prozesses der tariflichen Willensbildung vorzunehmen. A. Fremdeinflüsse aus den eigenen Reihen Zunächst sind Fremdeinflüsse aus den eigenen Reihen zu erwähnen, insbesondere die Möglich- keit des Austritts aus dem Arbeitgeberverband und des Übertritts in die OT-Mitgliedschaft. Die Mitglieder eines solchen Verbandes können in der Regel erst nach Ablauf einer sechsmonatigen Frist austreten. Z. B. regelt § 6Nr. 1 lit a) der Satzung von Südwestmetall eine solche Frist, wobei der Vorstand bei Vorliegen besonderer Gründe auch einen früheren Austritt zulassen kann. Auch der Verband der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen e. V. stellt in § 7Nr. 1 lit. a) seiner Satzung eine solche Frist auf. Es gibt aber auch längere und kürzere Fristen. So ist auf der einen Seite in § 8Abs. 1 der Satzung des Arbeitgeberverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken eine zweijährige Kündigungsfrist geregelt und auf der anderen Seite erlaubt der Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (VBM) in § 2Nr. 5 seiner Satzung seinen Mitgliedern den Austritt zum Ende des Kalendertages. Der Statuswechsel in die OT-Mitgliedschaft im gleichen Verband oder der Übertritt...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.