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Michael Freund

Wissenschaft und Politik (1945-1965)

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Birte Meinschien

Michael Freund (1902-1972) war der erste Professor für «Wissenschaft und Geschichte der Politik» an der Universität Kiel und gehörte damit zur einflussreichen Gründervätergeneration der westdeutschen Politikwissenschaft nach 1945. Sowohl Freunds universitäres und wissenschaftliches Wirken als Politikwissenschaftler und Historiker als auch sein politisches Engagement und seine umfangreiche journalistische Tätigkeit stehen im Fokus dieser Studie. Somit stellt die Arbeit nicht nur die erste Biographie Freunds dar, sondern bietet zugleich einen Einblick in eine stark historisch orientierte Richtung der frühen westdeutschen Politikwissenschaft. Darüber hinaus leistet sie einen Beitrag zur Verständigung über Wissenschafts- und Universitätsgeschichte nach 1945.

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2. Michael Freund: Biographie und intellektuelle Formierung bis 1947

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2.1. Die Jahre bis 1938 „Ich selbst halte mich für die verkörperte Präambel der Weimarer Verfassung: ‚Das deutsche Volk einig in seinen Stämmen…‘ Mein Vater war Franke, meine Mutter stammte von der österrei- chischen Grenze, geboren bin ich im finsteren Altbayern, aufgewachsen im schwäbischen Augs- burg, gelebt habe ich in Südbaden, Berlin und Schleswig-Holstein.“95 Michael Freund wurde am 18. Januar 1902 in Weilheim, Oberbayern geboren. Freunds Vater, der ebenfalls Michael hieß, geboren am 27. August 1874 in Heroldsbach und von Beruf Lebensmittelpolizeioberkommissar, hatte am 23. Oktober 1902 in Augsburg Sofie Graf, geboren in Salzburghofen am 07. Mai 1882, geheiratet; die Familie war katholisch.96 Michael Freund war das einzige Kind des Paares.97 Die Familie des Va- ters stammte aus Heroldsbach bzw. dem benachbarten Beiersdorf in Oberfranken und die Großväter waren Weber oder Landwirte.98 Die Familie der Mutter stammte aus der Region Berngau bzw. Ottmaring, hier waren Großvater bzw. Urgroßväter Freunds Gendarmeriewachtmeister bzw. Gütler und Förster.99 Die Herkunft der Vorfahren Freunds befindet sich damit im Großraum Nürnberg/ Fürth. Die Vorfahren der Familie Freund gehörten zum „Kleinbürgertum“,100 Freunds Vater und seine Familie gehörten hingegen dem „Neuen Mittelstand“101 an, da er Lebensmittelpolizeioberkommissar war. Somit handelt es sich bei der Familie Freund um eine ‚Aufsteigerfamilie‘. Freund besuchte in Augsburg von 1908 bis 1912 die Volksschule und von 1912 bis 1921 die Oberrealschule, die er mit dem Abitur abschloss.102 Er legte eine Ergän-...

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