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Zwischen Moschee und Gesellschaft

Imame in Österreich

Edited By Ednan Aslan

Obwohl die Geschichte des Islam in Österreich viel weiter zurückreicht als die Geschichte der muslimischen Migration nach Österreich, rufen Muslime und ihre religiöse Präsenz nach wie vor kontroverse Diskussionen hervor. Dabei rücken vor allem Imame ins Zentrum der Debatte – als jene Kräfte, die, so die Behauptung, mit ihrer Ablehnung der westlichen Grundwerte der Isolation der Muslime Vorschub leisten und dergestalt eine Gefahr für den sozialen Frieden darstellen. Glaubt man diversen Berichten, bilden Imame und Moscheen jedenfalls den Nährboden für ein gefährliches Religionsverständnis. Wer sind nun diese Imame? Worin besteht eigentlich ihre Tätigkeit? Wird ihr Einfluss überschätzt oder sind sie tatsächlich eine Gefahr für die Gesellschaft und ein Hindernis für die Integration der Muslime?

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Hizir Uzuner: Moscheekonflikt in Bad Vöslau

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157 Hizir Uzuner Moscheekonflikt in Bad Vöslau Wir leben in einem multiethnischen und multikulturellen Land. Der Islam ist seit dem Jahr 1912 eine anerkannte Religionsgemeinschaft in Österreich. Die hier aufgewachsenen Muslime möchten, dass die Moscheen aus den Hinterhöfen herauskommen und sich architekto- nisch ans Stadtbild anpassen. Warum kommt es bei einem Moschee- bauvorhaben zu Konflikten? Was steckt hinter der Kontroverse um Neubauten von Moscheen? Was sollte bei Moscheebauten beachtet werden, um einen Kampf der Kulturen zu vermeiden (Beinhauer- Köhler, Leggewie, 2009)? In vielen europäischen Ländern, auch in Österreich, sind Projekte für den Bau neuer Moscheen zum Politikum geworden und stoßen in den meisten Fällen auf großen Widerstand. Sobald ein Bauantrag für ein von außen sichtbares muslimisches Gotteshaus gestellt wird, bilden sich Bürgerinitiativen, treten Kulturraumbewahrer und Hei- matliebende auf den Plan, die mit Bedrohungsszenarien argumen- tieren, und versuchen Politiker, sich zu profilieren. Die Sichtbarkeit wird hierbei als störend empfunden, wenn sie nicht sogar als Verdrän- gung wahrgenommen wird. Es melden sich wahre oder vermeintliche Islamexperten oder selbsternannte Islamkritikerinnen und Islamkri- tiker zu Wort. Was als praktische Umsetzung des selbstverständlichen Rechts auf Religionsausübung anfängt, steigert sich zum Existenz- kampf zwischen Orient und Okzident. Angst vor Moscheen und Mi- 158 Hizir Uzuner naretten wäre somit in Form einer Angst vor deren öffentlich materi- alisiertem Zustand auch eine Art Islamophobie (Bunzl, Hafez, 2009). Um Moscheen und Baukonflikte wurde in den letzten Jahren eine Vielzahl an...

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