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Zwischen Moschee und Gesellschaft

Imame in Österreich

Edited By Ednan Aslan

Obwohl die Geschichte des Islam in Österreich viel weiter zurückreicht als die Geschichte der muslimischen Migration nach Österreich, rufen Muslime und ihre religiöse Präsenz nach wie vor kontroverse Diskussionen hervor. Dabei rücken vor allem Imame ins Zentrum der Debatte – als jene Kräfte, die, so die Behauptung, mit ihrer Ablehnung der westlichen Grundwerte der Isolation der Muslime Vorschub leisten und dergestalt eine Gefahr für den sozialen Frieden darstellen. Glaubt man diversen Berichten, bilden Imame und Moscheen jedenfalls den Nährboden für ein gefährliches Religionsverständnis. Wer sind nun diese Imame? Worin besteht eigentlich ihre Tätigkeit? Wird ihr Einfluss überschätzt oder sind sie tatsächlich eine Gefahr für die Gesellschaft und ein Hindernis für die Integration der Muslime?

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Dana Charkasi: Die Muslimischen Dachverbände in Österreich

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255 Dana Charkasi Die Muslimischen Dachverbände in Österreich Die österreichischen Muslime organisieren sich in Dachverbänden, um ihre Religion in organisierter Infrastruktur ausüben zu können. Im Folgenden werden die wichtigsten muslimischen Dachverbände so- wie deren ideolo gisch-geschichtliche Hintergründe kurz beschrieben. Um die Situation der muslimischen Vereinigungen in Österreich zu beschreiben, ist es sinnvoll, die Geschichte der Muslime in Österreich zuvor in einem kurzen Überblick zu umreißen. Erste intensive Kontakte zwischen Österreich und Muslimen stell- ten sich ab 1878 im Zuge der Besetzung des bis dahin zum Osmani- schen Reich gehörenden Bosnien-Herzegowinas durch Österreich ein. Ungefähr eine halbe Million Muslime kamen damals als neue Bürger nach Österreich-Ungarn. Bis zu seiner Annexion 1908 blieb Bosnien-Herzegowina formell zwar unter der Souveränität des osmanischen Sultans, doch schuf die österreichische Administration eigene islamische Institutionen für Bosnien-Herzegowina, um den Kontakt der bosnischen Muslime zum obersten Mufti in Istanbul zu schwächen: 1882 wurde der Mufti von Sarajewo zum geistlichen Oberhaupt der bosnisch-herzegowinischen 256 Muslime mit dem Titel „Reis-ul-Ulema“ ernannt. Zusätzlich wurden zahlreiche Reformen des Schul-, Kultus- und insbesondere des Waqf- Wesens („Waqf“ ist eine religiöse Stiftung, durch welche die muslimi- sche Gemeinde gemeinnützige Einrichtungen wie Moscheen, Schu- len, Krankenhäuser etc. finanzieren kann) durchgeführt. Im Jahre 1912 wurde das Islamgesetz verabschiedet, welches die Anhänger des Islam der hanafitischen Rechtsschule als Religionsge- meinschaft anerkennt und so rechtlich auf eine Stufe mit den anderen anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften stellt. Dies bedeu-...

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