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Zwischen Moschee und Gesellschaft

Imame in Österreich

Edited By Ednan Aslan

Obwohl die Geschichte des Islam in Österreich viel weiter zurückreicht als die Geschichte der muslimischen Migration nach Österreich, rufen Muslime und ihre religiöse Präsenz nach wie vor kontroverse Diskussionen hervor. Dabei rücken vor allem Imame ins Zentrum der Debatte – als jene Kräfte, die, so die Behauptung, mit ihrer Ablehnung der westlichen Grundwerte der Isolation der Muslime Vorschub leisten und dergestalt eine Gefahr für den sozialen Frieden darstellen. Glaubt man diversen Berichten, bilden Imame und Moscheen jedenfalls den Nährboden für ein gefährliches Religionsverständnis. Wer sind nun diese Imame? Worin besteht eigentlich ihre Tätigkeit? Wird ihr Einfluss überschätzt oder sind sie tatsächlich eine Gefahr für die Gesellschaft und ein Hindernis für die Integration der Muslime?

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Seyfi Bozkus: Die islamische Gemeinschaft und der Gottesdienst in Österreich

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277 Seyfi Bozkus Die islamische Gemeinschaft und der Gottesdienst in Österreich Einleitung Die ab den 1960er Jahren, aufgrund der zunehmenden Nachfrage an Arbeitern, in Europa einsetzende Einwanderungswelle führte zu kul- turellen Interaktionen, die nicht nur die Auswanderer in den Westen betrafen. Parallel dazu änderten sich auch die sozialen, politischen und ökonomischen Strukturen der Einwanderungsländer. Die religiösen, sozialen und kulturellen Belange dieser von Verfas- sern einschlägiger Studien als „Gastarbeiter“ bezeichneten Personen blieben sowohl seitens der Entsendestaaten, als auch der Einwande- rungsländer lange Zeit unberücksichtigt. Bemühungen, sich den da- mit verbundenen Herausforderungen zu stellen, wurden erst viel spä- ter unternommen. Es waren politische und soziale Gründe, die diesen Umdenkpro- zess einleiteten: War man zunächst davon ausgegangen, dass die nach Europa ausgewanderten Arbeiter nach dem Erreichen ihrer ökono- mischen Ziele wieder in ihre Heimat zurückkehren würden, merk- te man mit der Zeit, dass dies eine Fehleinschätzung war – vielmehr waren sie in der Zwischenzeit ein fester Bestandteil der Gastländer 278 Seyfi Bozkus geworden und hatten ihren Platz in der dortigen Gesellschaft einge- nommen. Seit dem „Fall der Mauer“ 1989 wird die islamische Welt zuneh- mend als Gegenpol zum Westen definiert. Eine Erweiterung dieser Definition stellt die – regelmäßig in den Raum gestellte – These vom „Kampf der Zivilisationen“ dar, die zu einem der am meisten disku- tierten Themen der letzten Jahren wurde. Und auch die Kultur der in Europa lebenden Muslime blieb von dieser anhaltenden, hitzig ge- führten Debatte nicht...

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