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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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Generation „Ö“. Zur Begrifflichkeit und ihrer Anwendung auf die österreichische Literaturgeschichte. Clemens Ruthner (Dublin)

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13 Generation „Ö“. Zur Begrifflichkeit und ihrer Anwendung auf die österreichische Literaturgeschichte Clemens Ruthner (Dublin) 0. Zumindest populärkulturell werden Generationen in Deutschland scheinbar an- ders gezählt als in Österreich. Identifizierte Florian Illies in den 1990er Jahren seine Altersgruppe mit einer landläufigen deutschen Pkw-Marke1 – und fungier- te damit quasi nebenher als Geburtshelfer eines kurzlebigen verlegerischen hype namens „Popliteratur“2 – so konzentrierte sich eine österreichische Publikation auf andere auratische Produkte einer gemeinsamen, nostalgisch zu erinnernden Kindheit in den 1970er Jahren. Wickie, Slime und Piper war aber letztlich eben- so eine Auflistung von mit einander geteilten „Konsumgewohnheiten und Me- dienereignissen“3, ursprünglich als Internet-Identitätsprojekt einer Generation gedacht und dabei so erfolgreich, dass es bald auch in Buchform erschien.4 Eine ausführliche Analyse dieser beiden Bestseller bleibt wohl noch ein De- siderat für eine künftige kulturwissenschaftlich orientierte Germanistik. Beiden Publikationen gemeinsam ist die Konzentration auf die aus Medienwelt und ma- terial culture stammenden „Generationsobjekte“5, d.h. auf die zunehmend glo- balisierte Dingwelt eines spätkapitalistischen Lifestyle-Marktes und vor allem dessen Marken-Konsumgüter. Dennoch schafft es Wickie, Slime und Piper einen gewissen, wenn auch trügerischen nationalen Unterschied zwischen Deutschland und Österreich festzuschreiben. Generation Golf indes wirkt durchaus auch für ÖsterreicherInnen jener Geburtenjahrgänge ‚anschluss’fähig (und wirft die Fra- ge auf, wie transnational Generationen und der ihnen zugrunde liegende Kultur- begriff sind). 1 Florian Illies: Generation Golf. Eine Inspektion. Frankfurt/M.: Fischer 2002; ders.: Generation Golf II. München: Goldmann 2005; vgl. dazu Ulrike Jureit: Generationen- forschung. G...

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