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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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Zum Aufbegehren der expressionistischen Generation an den Rändern der Habsburger Monarchie: die Czernowitzer Zeitschrift Der Nerv (1919). Katarzyna Jaśtal (Kraków)

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43 Zum Aufbegehren der expressionistischen Generation an den Rändern der Habsburger Monarchie: die Czernowitzer Zeitschrift Der erv (1919) Katarzyna Jaśtal (Kraków) Das von Sigurd Paul Scheichl als die „unbekannteste Zeitschrift des […] Ex- pressionismus“1 bezeichnete Blatt Der "erv erschien zwischen dem 1. Januar und dem 12. September 1919 in Czernowitz, der einzigen Groß- und Hauptstadt der historischen Landschaft Bukowina. Es stellt einen Sonderfall des Czernowit- zer intellektuellen Lebens der Zwischenkriegszeit dar, das seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts besondere Aufmerksamkeit der Forscher auf sich zieht. Mit ihren Arbeiten versuche sie der paradoxen Tatsache gerecht zu wer- den, dass sich in einem Gebiet, welches einst das östlichste Kronland der Habs- burger Monarchie gebildet hatte und 1919 dem Rumänischen Königreich zuge- fallen war, in der Zwischenkriegszeit ein intensiver deutschsprachiger Kulturbe- trieb und eine deutschsprachige Literatur entfalteten, zu deren Pflege vor allem die assimilierten jüdischen Intellektuellen beitrugen. Während die in den letzten Dezennien des 20. Jahrhunderts entstandenen Untersuchungen zur Bukowina den gesellschaftlichen und geistigen Kontext der modernen Lyrik von Paul Ce- lan und Rose Ausländer erschlossen, und dabei gleichzeitig auch auf das Œuvre anderer Schriftsteller der Bukowina aufmerksam machten, gilt der Fokus der neuesten Arbeiten der letzten zehn Jahre verstärkt dem Kommunikationsfeld Czernowitz zwischen den beiden Weltkriegen.2 Dabei wird insbesondere die Presselandschaft der genannten Zeit fokussiert, die aufgrund ihrer Vielfalt und 1 Sigurd Paul Scheichl: „Der Nerv“. Beobachtungen zur unbekanntesten Zeitschrit des deutschen Expressionismus. Mit unbekannten Dokumenten. In: Deutschsprachige Öf- fentlichkeit und...

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