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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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„Mein liebes Kind Rosa“. Rose Ausländer und der ‚Meister’ Constantin Brunner. Maria Kłańska (Kraków)

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55 „Mein liebes Kind Rosa“. Rose Ausländer und der ‚Meister’ Constantin Brunner Maria Kłańska (Kraków) Die in Czernowitz gebürtige Dichterin Rose Ausländer (1901-1988) ist für uns eher der Inbegriff einer alten, aufgeklärten Dichterin, die zwar im Leben vielfäl- tig vom Schicksal gebeutelt worden war, die sich aber mindestens in ihrer Lyrik über die erlebte Unbill zu erheben wusste und so ein Vorbild für die literarisch aufnahmefähige Jugend werden konnte. Ihr deutscher Verleger, Freund und Nachlassverwalter Helmut Braun, der 1948 geboren wurde, hätte ihr Enkel sein können. Ihre Alterslyrik wie ihr Essay "otizen zur Situation des alternden Schriftstellers (1966) prägen das Bild eines lebenserfahrenen Menschen, der die Resonanz, die er bei jungen „fremden Freunden“ findet, zu schätzen weiß. Wir wissen, dass Rose Ausländer bis auf den ersten, 1939 in Czernowitz herausge- brachten Lyrikband Der Regenbogen alle ihre Gedichtbände erst im Alter he- rausgab, vom 1965 in Österreich erschienenen Blinden Sommer angefangen. Bevor aber Rosalie Scherzer, wie ihr Mädchenname heißt, Dichterin wurde oder zumindest zu veröffentlichen anfing, war sie bereits Anhängerin eines phi- losophischen Systems und eines Philosophen, dem sie ihr Leben lang treu blei- ben sollte, und zwar Constantin Brunners, der aus Norddeutschland nach Czer- nowitz durch die Vermittlung des Mittelschullehrers Dr. Friedrich Kettner ge- langt war und hier Scharen von jungen Anhängern gewann. Einer der Teilneh- mer jenes sog. „Ethischen Seminars“, Eli Rottner, erklärt die ungemeine Popula-...

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