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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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Zweimal ‚junge Generation’. Konstruktionen des literarischen Neuanfangs nach 1945 in West-Deutschland und Österreich. Günther Stocker (Wien)

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69 Zweimal ‚junge Generation’. Konstruktionen des literarischen @euanfangs nach 1945 in West-Deutschland und Österreich Günther Stocker (Wien) Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit den diskursiven Konstruktionen des literarischen Neuanfangs nach dem Zweiten Weltkrieg, wie sie in Österreich und in der Bundesrepublik Deutschland von der jungen Autorengeneration bzw. ih- ren Mentoren entworfen worden sind. Dabei sollen einerseits die zentralen Dis- kursstränge und die Unterschiede zwischen den beiden literarischen Kulturen deutlich gemacht werden. Andererseits sollen aber auch – zumindest in Ansät- zen – die Brüche sichtbar gemacht werden, das, was sich den dominierenden Mustern entzieht, ihnen zuwiderläuft. Zu Grunde liegt dabei die Frage nach den jeweiligen Konfigurationen von literarischen Schreibweisen, historischem Be- wusstsein und den Diskursen von Schuld bzw. Schuldabwehr. I. „Österreich (hat) keinen Borchert und keine Gruppe 47 hervorgebracht.“1 Das stellte der Autor und Mit-Herausgeber der Zeitschrift Literatur und Kritik Ger- hard Fritsch 1967 im Rückblick auf die österreichische Literatur der Nach- kriegszeit fest. „Die Literatur ging in vielen Hervorbringungen an den gesell- schaftlichen Phänomenen der Zeit vorbei, weniger kritiklos als uninteressiert. Elegische Resignation, allzu früh formuliert, Berufungen auf Erbe und Tradition bestimmten eine Zeitlang wenigstens auf den ersten Blick das Bild.“2 Und er sieht hier einen eklatanten Unterschied zu den Verhältnissen in der Bundesrepu- blik Deutschland: Im Gegensatz zum sogenannten Altreich (gegen das unnötig und mit falschen Ar- gumenten auf schnell eingerichteten rotweißroten Gemeinplätzen polemisiert wurde) etablierte sich das öffentliche und private Bewusstsein so schnell wie bequem...

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