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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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Der Widerstreit der Generationen im Prosawerk Alfred Kolleritschs. Kurt Bartsch (Graz)

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147 Der Widerstreit der Generationen im Prosawerk Alfred Kolleritschs1 Kurt Bartsch (Graz) Mit dem Namen Alfred Kolleritsch verbinden Literaturinteressierte zuallererst die Tätigkeit des Autors als Promotor im Rahmen der Künstler-Vereinigung Fo- rum Stadtpark Graz von deren Gründung 1960 bis in die 1990er Jahre und als Herausgeber der mittlerweile im fünfzigsten Jahr erscheinenden Zeitschrift ma- nuskripte. Nicht uninteressant wäre es, die Geschichte der Institution Forum so- wie der manuskripte unter dem Aspekt der Generationenabfolge zu lesen. 1995 und damit noch im zeitlichen Vorfeld der aktuellen Hochkonjunktur von Gene- rationenetikettierungen, modischer Konstrukte, die mehr oder (meist) weniger überzeugen, erschien denn auch eine die Zeitschrift mit einbeziehende Doku- mentation von Christine Rigler über „Literatur im Forum Stadtpark 1960-1995“ unter dem schlichten Titel Generationen.2 Tatsächlich dürfte der Autorin zwar die Darstellung des Gegeneinanders der literarischen Konzepte der Generation der ‚Söhne’ (vor allem Walter Gronds) gegen die von Kolleritsch repräsentierte der ‚Väter’ vorgeschwebt haben, irgendwie scheint sie jedoch der Mut verlassen zu haben. Über das Warum lässt sich nur mutmaßen, und ich will auch nicht Sigmund Freud beschwören, aber es dürfte damit zu tun haben, dass die Litera- tur der Autoren und Autorinnen, die in den sechziger und frühen siebziger Jah- ren im Umfeld des Forums hervortraten, einen im Sinne Karl Mannheims deut- lichen „Generationszusammenhang“, ja wohl auch – das wäre in einem anderen Kontext genauer zu untersuchen – eine „Generationseinheit“3 erkennen lassen, 1 Die Prosawerke Alfred Kolleritschs werden im...

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