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Zwischen Aufbegehren und Anpassung

Poetische Figurationen von Generationen und Generationserfahrungen in der österreichischen Literatur- Unter Mitarbeit von Paweł Domeracki und Marta Wimmer

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Edited By Joanna Drynda

Der Sammelband ist das Ergebnis eines bilateralen, polnisch-österreichischen Projekts und setzt sich zum Ziel, die Ästhetisierung und Diskursivierung von Generationskonzepten und -erfahrungen im Rahmen der österreichischen Literatur zu orten. Das zeitliche und thematische Umfeld umfasst ein ganzes Spektrum literarischer Phänomene vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die jüngste Gegenwart hinein. Die Analysen der Darstellungen individueller wie auch gruppenspezifischer Erfahrungen richten ihr Augenmerk auf die Medien der Rebellion sowie auf die Arten der Verständigung über Generationsprobleme. Vor diesem Hintergrund wird der Generationen-Widerstreit beleuchtet, um aufzuzeigen, inwieweit Aufbegehren und Anpassung voneinander entfernt liegen, in welchem Maße sie Ausdruck einer genuinen Geisteshaltung sind und inwiefern sie sich literarischer Programme bedienen oder aber auch diese verwerfen.

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Österreich als „aufarbeitungsträchtiger Staatskuhbauch“. Werner Schwabs Roman Joe Mc Vie alias Josef Thierschädl (1988/2007). Wolfgang Hackl (Innsbruck)

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173 Österreich als „aufarbeitungsträchtiger Staatskuhbauch“. Werner Schwabs Roman Joe Mc Vie alias Josef Thierschädl (1988/2007) Wolfgang Hackl (Innsbruck) Die Uraufführung von Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos1 im Werk- raum der Münchner Kammerspielen am 25. November 1991 in der Regie von Christian Stückl, die vom deutschen Feuilleton mehr oder weniger flächende- ckend wahrgenommen wurde2, gilt noch heute als Beginn des fulminanten Er- folgs des damals 33-jährigen Werner Schwab. Nachwuchsautor und Dramatiker des Jahres der Zeitschrift Theater heute (1991 und 1992), der Mühlheimer Dra- matikerpreis und der Schiller-Gedächtnis-Preis (1992), Aufführungen auf den großen Bühnen sowie bei wichtigen Theaterfestivals und zahlreiche positive Kritiken, schließlich zahlreiche Auftragswerke für große Festivals etc. können summarisch belegen, dass Werner Schwab in dieser kurzen Frist bis zu seinem plötzlichen Tod in der Neujahrsnacht am frühen Morgen des 1. Jänners 1994 unbestritten zu den bedeutendsten Dramatikern der deutschsprachigen Literatur zählte. Die Rezeption nach seinem Tod steht im Widerspruch zur Einschätzung mancher Skeptiker, dass es sich bei Werner Schwab um einen von den Medien nach Marktmechanismen und in Kombination von perfekter Eigenwerbung und Selbstinszenierung vorübergehenden Medienrummel handelte. Sowohl die zu Lebzeiten uraufgeführten Dramen Schwabs als auch die inzwischen sieben ur- aufgeführten Stücke aus dem Nachlass werden bis heute im deutschsprachigen Raum häufig und regelmäßig gespielt, wie ein Blick in das Innsbrucker Zei- tungsarchiv (IZA)3, vor allem aber die Nachweise über Lizenzen...

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